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Im Duell: Erling Haaland und Robert Lewandowski.
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Im Duell: Erling Haaland und Robert Lewandowski.

Bundesliga-Spitzenspiel

Giftiges Gipfeltreffen

  • VonJosé Carlos Menzel López
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Das Topspiel zwischen Dortmund und Bayern lässt schon im Vorfeld die Gemüter erhitzen

Friede, Freude, Eierkuchen? Aber nicht doch! Waren die Duelle zwischen Borussia Dortmund und Bayern München in den vergangenen Jahren von gegenseitigen Liebkosungen geprägt, so entsteht dieser Tage der Eindruck, dass das Binnenklima zwischen Westen und Süden der Republik wieder etwas rauer wird. Zur Erinnerung: Vor ziemlich genau einem Jahrzehnt, als die Dortmunder zweimal nacheinander ihre Hände an der Meisterschale hatten, wurde gegenseitiger Respekt sowohl bei Schwarzgelb als auch bei Rotweiß noch recht klein geschrieben - und das ist noch einigermaßen nett ausgedrückt.

Verbale Spitzen waren an der Tagesordnung, worauf man sich in den vergangenen Jahren – eigenen Aussagen zufolge mit Blick auf die Vorreiterfunktion von FCB und BVB in der Fußballbundesliga – die Hände reichte. Es folgten viele Duelle der Harmonie, die in den meisten Fällen mit Siegen und in allen Fällen mit Meisterschaften für die Münchner endeten. Damit ist jetzt Schluss - zumindest mit der Harmonie. .

So manch einer wird die Verbalentgleisungen als klassische Stimmungsmache im Vorfeld der Samstagspartie (18.30 Uhr/Sky) werten, so weit unter die Gürtellinie ging es aber gefühlt seit Klopp und Sammer nicht mehr. Beispiel gefällig? Norbert Dickel, seines Zeichens Stadionsprecher des BVB, sah sich in einem Podcast dazu bemüßigt, den Finger ganz tief in die aktuellen Wunden des FC Bayern zu legen. „Die einen haben 2G, die anderen 2K: Kimmich und Katar. Das sind auch Probleme“, so die Legende der Borussia, die mit Blick auf die Chaos-Jahreshauptversammlung der Münchner anfügte: „Das war vom Niveau, puh. Da waren Zwischenrufe dabei, da hätte ich nicht gedacht, dass es das bei den feinen Herren gibt.“

Beließ es man es in den vergangenen Jahren bei sportlichen Kommentaren, wird es nun wieder unsportlich. Doch nicht nur die Dortmunder, auch die Münchner packten in Person von Vizepräsident Dieter Mayer die Gelegenheit beim Schopfe, um die volle Breitseite gegen den Rivalen auszupacken. Der Wortlaut des Juristen im Rahmen der Jahreshauptversammlung: „Wir werden nicht an die Börse gehen wie zum Beispiel Borussia Dortmund, das in der Corona-Krise durch eine Kapitalerhöhung 87 Millionen Euro geholt hat. Wenn ich lese, dass BVB-Boss Hans-Joachim Watzke in einem Interview sagt, dass für ihn die 50+1-Regel nicht verhandelbar sei, muss ich mir schon verwundert die Augen reiben. Borussia Dortmund hält nur 5,53 Prozent seiner Aktien.“ Rumms.

Damit nicht genug. Auch Karl-Heinz Rummenigge macht nämlich am verbalen Aufwärmprogramm mit. Nach der Pleite der Dortmunder Anfang November in Leipzig und dem Sieg der Münchner gegen Freiburg regte Bayerns Ex-Vorstandsvorsitzender an, „langsam aber sicher die Meisterschale etwas zu entstauben“.

Die Retourkutsche von Watzke ließ nicht lange auf sich warten. Der BVB-Chef: „Wir ticken anders. Nach dem 0:5 der Bayern im Pokal haben ich keinen Dortmunder gehört, der gesagt hätte, dass wir schon den Pokal polieren oder ähnliches.“ Fakt ist, dass das Aufeinandertreffen der beiden deutschen Schwergewichte in tabellarischer und vor allem formspezifischer Hinsicht endlich wieder auf Augenhöhe stattfindet. Die Bayern haben als Tabellenerster lediglich ein Pünktchen Vorsprung auf den ärgsten Verfolger aus Dortmund.

Während sich also allerhand Herren derzeit balgen, halten es zwei andere Würdenträger ihrer Klubs nicht für notwendig, sich gegenseitig auszusprechen: die Sportchefs Michael Zorc (Dortmund) und Hasan Salihamidzic (Bayern), die vor drei Monaten verbal aneinander geraten waren. „Nein, wir haben uns seitdem noch nicht gesehen“, antwortete Zorc auf die Frage, ob die beiden sich ausgesprochen hätten. Zorc versicherte aber: „Wir werden uns am Samstag sehen und uns die Hand geben. Wir haben kein Problem damit, aufeinander zuzugehen und uns anständig zu begrüßen. Das Thema ist für mich erledigt. Und zwar längst.“

Das Thema war, dass sich Bayern-Sportvorstand Salihamidzic Mitte September irritiert darüber gezeigt hatte, dass BVB-Kapitän Marco Reus vorzeitig von der Nationalmannschaft abgereist war, vier Tage später aber 90 Minuten in der Bundesliga spielte. Zorc hatte geantwortet: „Salihamidzic sollte seine Klappe halten und sich zu den Themen von Bayern München äußern. Was glaubt er eigentlich, wer er ist?“

Alles in allem drängt sich vor dem Kräftemessen der besten deutschen Mannschaften ein Eindruck auf: Es wird der gewinnen, der am giftigsten agiert. Und das ganz offenbar nicht nur auf dem Spielfeld. mit dpa

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