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Gierig nach Erfolg

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Von: Jörg Hanau

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Der Wiesbadener Jonas Rutsch ist bei seinem Heimatrennen besonders motiviert.
Der Wiesbadener Jonas Rutsch ist bei seinem Heimatrennen besonders motiviert. © IMAGO/Hartenfelser

Am 1. Mai stehen beim deutschen Radklassiker Eschborn - Frankfurt 19 Profi-Teams am Start. Viele Sprinter sind am Start – doch der Taunus könnte für Überraschungen sorgen.

Die Radprofis sind auf Krawall gebürstet. Es hagelt Rekorde. Streckenbestzeiten sind in diesem Frühjahr keine Seltenheit, mag das Rennen auch noch so schwer sein wie zuletzt am Ostersonntag der 254,5 Kilometer lange Pflasterstein-Klassiker Paris - Roubaix, den der Niederländer Dylan van Baarle mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45,792 km/h gewann. Ein irres Tempo. „Ich habe nicht mal zum Pinkeln angehalten. Das war von Anfang bis Ende Vollgas“, ließ sich später John Degenkolb zitieren. Der Radprofi aus Oberursel hatte 2015 in der „Hölle des Nordens“ triumphiert.

Nun heißt es, sich zu erholen. Der 33 Jahre alte Degenkolb setzt zum Abschluss der Klassikersaison alles auf sein Heimrennen am 1. Mai. Auf den 183,9 Kilometer zwischen Eschborn und Frankfurt wird eine wilde Hatz durch den Taunus erwartet. In den zurückliegenden Jahren waren es dennoch stets die Sprinter, die am Ende im „ikonischen Ziel“ vor der Alten Oper, wie es Projektleiter Matthias Pietsch nannte, das Rad vorne hatten.

Glaubt man Jonas Rutsch, dem 24 Jahre alten Radprofi aus Wiesbaden, könnte sich das am Tag der Arbeit ändern. Zwar sind wieder viele namhafte Sprinter gemeldet, darunter neben Degenkolb auch Vorjahressieger Jasper Philipsen aus Belgien und der norwegische Vierfachrekordsieger Alexander Kristoff. Aber „wir können gespannt sein, was diesmal im Taunus passieren wird“, sagte Rutsch am Freitag bei der obligatorischen Pressekonferenz in Blickweite zur Alten Oper. Die zentrale Frage, sagte der für das US-Team EF Education-EasyPost fahrende Rutsch, laute: „Wer wagt was vorher?“

Nicht alle Teams haben ambitionierte Sprinter an Bord. Zu denen zähle für Rutsch auch die deutsche Mannschaft Bora-hansgrohe. Ihnen fehle am 1. Mai der Topsprinter. Bora müsse daher fast zwangsläufig alles auf Tour-de-France-Etappensieger Nils Politt ausrichten, prophezeite Rutsch. Bora werde auf der Schleife durch den Taunus „empfindliche Stiche setzen wollen“.

Möglichkeiten dafür gibt es reichlich: Auch in diesem Jahr steht den Profis der 883 Meter hohe Feldberg im Weg, zudem müssen die Billtalhöhe (525 Meter) zweimal der Ruppertshainer (432 Meter) und viermal der Mammolshainer Stich (371 Meter) gemeistert werden - insgesamt liegen zwischen Eschborn und Frankfurt 3220 Höhenmeter.

Ein Terrain wie gemacht für bergfeste Pedaleure - zu denen gehört auch der im Odenwald geborene Jonas Rutsch: „Meine Teamkollegen wissen, woher ich komme und was dieses Rennen für mich bedeutet“, sagte Rutsch. „Ich werde meine Chance bekommen.“ Die heißt es dann auch zu nutzten. „Mein Ziel ist das Podium.“

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