FC Arsenal: Özil bietet Gehaltsverzicht an, um Arsenal-Maskottchen zu retten.
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FC Arsenal: Özil bietet Gehaltsverzicht an, um Arsenal-Maskottchen zu retten.

Arsenal

Gerechtigkeit für Gunnersaurus

Mesut Özil landet mit der Hilfe für Arsenals Kult-Maskottchen Gunnersaurus einen PR-Coup.

Superstars wie Kylian Mbappe oder Franck Ribery „gefällt das“, und Weltmeister-Kumpel Jerome Boateng spricht von einer „noblen Geste“: Mit seiner Hilfsaktion für das vom „Aussterben“ bedrohte Kult-Maskottchen Gunnersaurus hat Mesut Özil einen echten PR-Coup gelandet. In den Sozialen Netzwerken bekam „Ehrenmann“ Özil über zwei Millionen „Likes“, von aktuellen wie früheren Gunners-Profis gab es zahlreiche Applaus-Emojis - nur der FC Arsenal war „not amused“.

Der „große, grüne Kerl“, wie ihn Özil liebevoll nannte, sei doch „gar nicht ausgestorben“, sondern nur „vorübergehend“ außer Dienst, teilte ein Sprecher mit: „Sobald wieder Fans ins Stadion dürfen, wird auch er zurückkehren.“ Doch da war der Schaden schon angerichtet - und der Jubel um „Retter“ Özil grenzenlos.

„Ich war sehr traurig, dass unser beliebtes und loyales Maskottchen (...) nach 27 Jahren entlassen wurde“, hatte dieser unter dem Motto „Gerechtigkeit für Gunnersaurus“ verkündet. Jerry Quy, seit Einführung der Figur 1993 der Mann hinter dem Kostüm, hatte seinen Job wie über 50 andere Angestellte wegen der Pandemie verloren. Özil bot nun an, Quys Gehalt von angeblich 50.000 Pfund/Jahr zu zahlen, solange er Arsenal-Profi sei: Damit „Jerry seinen Job, den er so liebt, weiter ausüben kann“.

Die Summe entspräche genau dem Betrag, den Özil am Tag (!) verdient - fürs Nichtstun, wie Spötter meinen. Der „Ausgestoßene“ (The Sun) hat seit Anfang März kein Spiel mehr für die Gunners bestritten, seit Ende Juni schaffte er es nicht mal mehr in den Kader. Das Verhältnis von Özil (Vertrag bis 2021) zu Teammanager Mikel Arteta ist nach SID-Informationen intakt - der Grund für die Ausbootung: Die Bosse wären den bald 32-jährigen Topverdiener gerne los. Özil jedoch teilte zuletzt trotzig mit, er entscheide „wann ich gehe, nicht andere“.

Die Klubführung versuche „seit zwei Jahren, mich zu zerstören“, klagte er Mitte August im Interview mit dem Portal The Athletic. Dort erklärte Özil auch seine Weigerung, wie andere Spieler auf 12,5 Prozent seines üppigen Salärs zu verzichten. Er hätte gerne sogar „einen größeren Anteil“ übernommen, sagte Özil - aber nur unter der Voraussetzung, dass der Verein verspreche, niemanden zu entlassen.

Dem wollte Arsenal nicht zustimmen - wohl, weil der Klub zum fraglichen Zeitpunkt im April längst den Rauswurf zahlreicher „normaler“ Angestellter plante. Am Montag wurde das Aus von Jerry Quy bekannt - just an dem Tag, an dem Arsenal 50 Millionen Euro für Thomas Partey von Atletico Madrid bezahlte. Handgeld: 2,2 Millionen Euro, Gehalt pro Woche: 252.000 Euro. Özils Hilfsaktion ist auch vor diesem Hintergrund ein cleverer Schachzug. Der Weltmeister von 2014 habe seinen „Instinkt für den perfekten Angriff und das Gespür fürs Timing“ nicht verloren, schrieb die Daily Mail. Ob das auch für den Fußballer Mesut Özil gilt, bleibt bis auf Weiteres offen. (sid)

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