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Verstärkung für die Volleys: Facundo Imhoff.
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Verstärkung für die Volleys: Facundo Imhoff.

Volleyball

Gegen das Schweigen

  • vonHarald Joisten
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Der für die United Volleys spielende Facundo Imhoff hat sich geoutet und kämpft seitdem darum, „Dinge auch für andere zu ändern“.

Es ist nach wie vor nicht alltäglich, sich als Profisportler zu seiner Homosexualität zu bekennen. In Deutschland wagte 2014 Thomas Hitzlsperger als erster prominenter Fußballer den Schritt in die Öffentlichkeit. Viele weitere Beispiele folgten ihm nicht. Noch mehr Mut benötigt ein „Coming Out“ wohl in einem Land wie Argentinien. Dort, wo die Männer gerne Stärke demonstrieren und Schwächen negieren.

Facundo Imhoff hatte davon irgendwann genug. 2018 sprach der Volleyball-Nationalspieler als erster argentinischer Topathlet über seine Homosexualität – und sorgte damit in dem südamerikanischen Land für Aufsehen. „Meine Kollegen wussten das seit Jahren. Ich hatte es lange nicht als nötig angesehen, dazu etwas zu sagen“, sagt Imhoff. Der 31-Jährige ist längst glücklich, den Schritt gewagt zu haben. „Durch den Zuspruch, den ich erfahren habe, ist mir bewusst geworden, wie groß das Schweigen und die Vorbehalte immer noch sind. Der Sport ist nach wie vor durch den Machismo geprägt.“

Seit anderthalb Wochen hält sich Imhoff nun in Deutschland auf. Der Mittelblocker, 2019 Panamerikanischer Meister mit Argentinien und 2015 zum besten Mittelblocker der Südamerika-Meisterschaft gewählt, hat sich dem Bundesligaklub United Volleys Frankfurt angeschlossen. Imhoff sagt heute: „Ich bin ein freierer Mensch und ein besserer Spieler. Und ich will dazu beitragen, dass sich die Dinge auch für andere ändern.“

Bei den Hessen wurde der 2,02-Meter-Hüne mit offenen Armen empfangen. Trainer Juan Manuel Serramalera, selbst ein Argentinier, adelt seinen Neuzugang als „außergewöhnlich starken Charakter und Teamplayer“. Seine Vorbildfunktion könne der Mannschaft „zusätzlichen Auftrieb“ geben.

„Über den Horizont blicken“

Möglich wurde der kurzfristige Wechsel wegen den Folgen der Corona-Pandemie. „In der finnischen Liga, wo Facundo unter Vertrag stand, wurden fast alle ausländischen Profis kurzfristig freigestellt. Da haben wir die Chance ergriffen, unseren beiden festen Größen Noah Baxpöhler und Jakob Günthör einen weiteren gestandenen Spieler an die Seite zu stellen“, sagt Serramalera. Imhoff sei „eine wirklich glückliche Fügung für uns“.

Vor allem, da Günthör gelegentlich über Rückenprobleme klagt und am kommenden Sonntag (16 Uhr) im Bundesligaheimspiel gegen Bühl nicht eingesetzt werden kann: In Günthörs privatem Umfeld gab es einen positiven Corona-Fall. Und obwohl Günthör selbst negativ getestet wurde, muss er in eine zehntägige Quarantäne. Imhoff steht bereit.

„Facundo hat sich sehr gut integriert“, sagt United-Sprecher Jan Wüntscher und ergänzt: „Man hat solche Spieler gerne im Kader, weil sie damit auch zeigen, Verantwortung übernehmen zu wollen und über den Horizont hinaus zu blicken.“

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