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Gefährlicher Feldversuch

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Top-Sportler laufen Gefahr, Corona-Erkrankungen zu unterschätzen und zu schnell wieder loszulegen - mit der Gefahr von Spätschäden.

Die Liste der Sportler, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, wird länger und länger. Die vermeintlichen sicheren Blasen, die um Mannschaften und Sportereignisse errichtet werden, sind mitnichten so dicht, wie es außen scheint. Denn dauerhaft ist kein Leistungssportler immun gegen eine Ansteckung. Und so haben sich vom Tennisspieler Novak Djokovic, Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton über die Fußball-Ikone Cristiano Ronaldo und NBA-Star Kevin Durant bis hin zum Skiflieger Karl Geiger die verschiedensten Protagonisten bereits infiziert. Einige hatten kaum Symptome, andere wie der Ringer Frank Stäbler berichteten hingegen von gefährlichen Langzeitschäden. In seinem Fall ist die Lunge betroffen, 20 Prozent der Leistungsfähigkeit sind verloren.

Augenfällig ist, dass gerade der Fußball den Eindruck erweckt, als könne eine Corona-Erkrankung ungefähr so wie eine Oberschenkelzerrung auskuriert werden. Zwei Wochen Pause, die Fitness erhalten, langsam anlaufen, einmal fest antreten – weiterspielen. Nur die wenigsten Akteure trauen sich, die Gefahr dieser in völliger Gänze noch unerforschten Krankheit wirklich offen zu benennen. Ilkay Gündogan hat Klartext geredet, was das mit ihm gemacht hat. Aber auch beim gerade in Hochform auftrumpfenden Antreiber von Manchester City fragen Experten allerdings, warum er nicht länger mit dem Training ausgesetzt hat, wenn er sich danach so schlapp fühlte.

Der Körper ist das Kapital eines jeden Berufssportlers, und es sind mitunter existenzielle Entscheidungen, die der Einzelne treffen muss. Eigentlich wäre es geboten, allen Corona-Erkrankten eine Auszeit auf unbestimmte Zeit zu verordnen, bis die Langzeitfolgen wirklich erforscht sind. Dafür besteht rechtlich keine Handhabe, aber es muss ein Alarmzeichen sein, wenn Kardiologen der Universitätsklinik Frankfurt schon im vergangenen Jahr herausfanden, dass selbst eine mild verlaufen Covid-19-Infektion zu Herzschäden führen kann. Unabhängig von bestehenden Vorerkrankungen.

Im Grunde sitzen womöglich etliche der an Corona erkrankten Profis auf einem Pulverfass. Dass so viele von ihnen im Eiltempo in den rastlosen Sportleralltag zurückkehren, gleicht einem Feldversuch an lebenden Menschen. Man möchte sich – Stand jetzt – gar nicht ausmalen, wer in einigen Jahren auf einer Liste steht, die sportuntaugliche Helden wegen Corona-Spätschäden ausweist. Im ungünstigsten Fall kommt es noch schlimmer.

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