Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Pyramiden im Hintergrund. Handball-Nationalspieler Frankreichs auf dem Hotelgelände
+
Die Pyramiden im Hintergrund. Handball-Nationalspieler Frankreichs auf dem Hotelgelände

Kommentar

Ganz großer Blödsinn

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
    schließen

Die Corona-Blase der Handball-Weltmeisterschaft muss sich Angriffen von außen erwehren, auch, weil kurzerhand zwei Teams ausgewechselt wurden. Ein Kommentar.

Andy Schmid, dieser herausragende Handballer aus der Schweiz, der mit seinem Klub, den Rhein-Neckar Löwen, nun wahrlich schon viel erlebt hat. Meisterschaften, Pokalsiege, persönliche Auszeichnungen. Dieser herausragende Handballer, auch mit 37 noch einer der besten Spielmacher der Welt, wurde nun ordentlich überrumpelt von den sich eilig selbst überholenden Ereignissen.

Kurz zusammengefasst: Weil einige Nationen, die an der gestern eröffneten WM in Ägypten hätten teilnehmen sollen, wegen eine Flut an Corona-Fällen innerhalb ihrer Teams absagen mussten, rücken nun andere nach – unter anderem die Schweiz. Jene Mannschaft also, der wegen der coronabedingt ausgefallenen WM-Playoffs die Chance auf eine Teilnahme ursprünglich mal versagt wurde. Verrückt, absurd, irgendwie ein ganz großer Blödsinn.

Corona-Chaos im Handball

Schmid zum Beispiel, der zweifache Vater, musste nun rasch umdisponieren. Er habe sich bis zuletzt auf Homeschooling seiner Kinder eingestellt, sagte er dem „Mannheimer Morgen“, jetzt spiele er plötzlich eine WM. Die Schweiz ist erstmals seit 26 Jahren wieder dabei. Während sich die deutsche Auswahl also seit Anfang des Jahres in ihrer ziemlich abgeschotteten Blase bewegt haben, die nicht viel mehr als Training und Spiele gestattete, rücken nun Spieler nach, die zuletzt nicht zusammengekarrt an einem Ort verharrten, sondern weit verteilt über viele Länder, Klubs, Familien, und so weiter.

Kaum nachvollziehbar, zumal die bisher aufgetretenen Corona-Fälle ja bereits außerhalb der WM-Blase entstanden sind, während der jeweiligen Vorbereitungen auf das Turnier nämlich, als die nationalen Verbände weitestgehend selbst für die strikte Einhaltung der Regeln zuständig waren. Oder halt auch nicht.

Dass mehrere Mannschaft einen Tag vor Beginn einer Weltmeisterschaft absagen mussten, bedeutet freilich neues Futter für all die Kritiker dieses Riesenevents. Bevor überhaupt nur ein Ball ins Tor geworfen war, droht das Prestigeprojekt des ägyptischen Weltverbandspräsidenten Hassan Moustafa schon im Corona-Chaos zu versinken.

Wie es sich bereits jetzt nach dem ersten Turniertag zeigt: Teilweise wären die Probleme zu vermeiden. So ließ Axel Kromer, der Sportvorstand des Deutschen Handballbundes, der der WM gegenüber bisher stets positiv eingestellt war, durchblicken, dass nicht nur im Vorfeld an der einen oder anderen Stelle geschludert worden ist, sondern auch vor Ort in Ägypten. Fiebermessungen und Corona-Tests direkt am Flughafen in Kairo schön und gut, aber: Unvorsichtiges Hotelpersonal, ungeklärte Zugangsberechtigungen für das Teamquartier, Speiseräume, die geschlossen bleiben, obwohl sie geöffnet das Personenaufkommen deutlich entzerren könnten. All das ist mit Blick auf die vorher geführten Debatten ein absolutes No-Go.

Und nur mal nebenbei: Fußballer und Olympioniken, bei denen im Sommer ebenfalls große Titelkämpfe anstehen, sollten dieser Tage genau nach Ägypten schauen. Es gilt aus diesen Fehlern zu lernen, am besten schnell.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare