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Versöhnlich: José Mourinho (l.) und Maurizio Sarri.

Premier League

Zwischen Wut und Güte

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José Mourinho zeigt mal wieder die ganze Palette seiner Persönlichkeit.

les wieder vergessen. „Mir ist das auch schon passiert“, sagte José Mourinho gnädig, als er vor den versammelten Journalisten saß. Nur  eine Viertelstunde zuvor hatte er geschäumt vor Wut. Da war der Teammanager von Manchester United nach dem späten und glücklichen 2:2-Ausgleich (96.) des FC Chelsea durch Ross Barkley aufgesprungen und musste von den Sicherheitskräften zurückgehalten werden. Es wäre sonst zu Handgreiflichkeiten gekommen.

Der zweite Assistenztrainer der Blues, Marco Ianni, hatte wild gestikulierend und auf- und abspringend vor Mourinho provozierend gejubelt und so verständlicherweise den Zorn des Portugiesen auf sich gezogen. Gleich nach dem Abpfiff kam Maurizio Sarri, Trainer des FC Chelsea auf Mourinho zu und hörte sich an, was er zu sagen hatte. „Er hat mir gesagt, dass er es intern klären wird“, berichtete Mourinho auf der Pressekonferenz nach dem eigentlichen tollen Fußballspiel in London am Samstagmittag. „Dann ist der junge Mann gekommen und hat sich bei mir entschuldigt, und ich habe es akzeptiert. Ich habe gesagt, ich habe solche Fehler auch gemacht, als ich in deinem Alter war“, so Mourinho über die Güte, die er Ianni zukommen ließ. 

Die Szene war eine gute Gelegenheit, von der sportlichen Misere bei United abzulenken. Durch das „schreckliche Ergebnis“, wie Mourinho klagte, rangieren die Reds mit 14 Punkten weiter im Mittelfeld. Einer der Gründe für die Niederlage war für Mourinho („ein fantastisches Spiel“) die lange Nachspielzeit: „Wenn ich verliere, kriege ich nie sechs Minuten. Ich weiß nicht, wo die herkamen. Aber so ist halt der Fußball“, jammerte er. 

So unerklärlich der Fußball für Mourinho manchmal ist, so unerklärlich ist auch, warum der Portugiese nicht hin und wieder über den Dingen stehen kann. Nach Spielschluss pfiffen die Fans des FC Chelsea Mourinho gnadenlos aus, woraufhin „The Special One“ drei Finger in die Höhe reckte und sagte: „Drei Stück habe ich euch geholt.“ Gemeint waren natürlich die drei Meistertitel 2005, 2006 und 2015. Ein weiterer wird für Mourinho erst einmal nicht hinzukommen.

City und Reds oben

Spitzenreiter mit 23 Punkten bleibt Manchester City, das auch dank eines Treffers von Leroy Sané (90.) den FC Burnley 5:0 (1:0) besiegte. Verfolger FC Liverpool (23) gewann 1:0 (1:0) bei Huddersfield Town. Beim Kantersieg der Citizens gab Kevin de Bruyne (58.) sein Comeback nach einer Knieverletzung. Im Duell der befreundeten deutschen Teammanager Jürgen Klopp und David Wagner genügte der Treffer von Starstürmer Mohamed Salah (24.) zum siebten Sieg der Reds in dieser Saison.

Chelsea (21) liegt als Tabellendritter gleichauf mit Tottenham Hotspur zwei Punkte hinter dem Spitzenduo. Nationalspieler Antonio Rüdiger (21.) hatte die weiter ungeschlagenen Blues nach einer Ecke mit seinem ersten Saisontor in Führung geköpft. Ausgerechnet der lange von Mourinho verschmähte Anthony Martial (55./73) drehte dann die Partie, ehe Barkley Mourinhos Laune verdarb. (mit sid)

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