Mönchengladbachs Marcus Thuram kniet nach seinem Tor zum 2:0 auf dem Rasen.
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Mönchengladbachs Marcus Thuram kniet nach seinem Tor zum 2:0 auf dem Rasen.

DFB und der George-Floyd-Protest

In der Zwickmühle

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Mehrere Bundesliga-Profis setzen ein Zeichen gegen die rassistische Polizeigewalt in den USA - und der Deutsche Fußball-Bund prüft die Vorkommnisse. Weil es seine Statuten so vorsehen. Doch wenn er schlau ist, nutzt er eine Hintertür.

Sehr wahrscheinlich wird die „eingehende Prüfung“, die der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, Anton Nachrainer, vornehmen muss, schlimmstenfalls mit einer Erinnerung an die auffällig gewordenen Profis enden, die bestehenden Regeln künftig einzuhalten. Politische Parolen in der Liga sind untersagt, so heißt es in der „Spielkleidungsrichtlinie“ unter Paragraph 36: „Politische und/oder andere Mitteilungen auf den Ausrüstungsgegenständen sind keinesfalls erlaubt.“

Genau das hatten die Spieler Jadon Sancho, Weston McKennie oder auch Marcus Thuram, der sein Tor mit einem Kniefall feierte, getan. Sie hatten deutlich eine politische Meinung zum Ausdruck gebracht, nämlich ihren Abscheu gegen Rassismus in den USA, der im Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd gipfelte, der bei einem brutalen Einsatz eines weißen Polizisten umkam. Die Profis, die ein Zeichen setzten, stehen ganz sicher auf der richtigen Seite.

Und der DFB-Kontrollausschuss, der regelkonform aktiv werden muss, steckt in einer ziemlich verzwickten Lage, er hat, wenn man so will, den Schwarzen Peter gezogen. Der Verband wird ja selten müde, sein Engagement bei zahlreichen Projekten und Programmen gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung zu betonen. Nun steht er da als einer, der Recht über Moral stellt. Er kann da im Grunde nur verlieren.

Vor sechs Jahren, als sich Anthony Ujah ähnlich politisch äußerte, beließ es der DFB bei einer Erinnerung an das Verbot. Damals trug Ujah ein T-Shirt mit der Aufschrift „I can’t breathe“ – damals wurde Eric Garner auf ähnliche Weise getötet wie Floyd, auch jetzt flehte Floyd mit den gleichen Worten um sein Leben: „I can’t breathe“.

Über den eigenen Schatten zu springen sollte dem DFB in diesem Fall nicht schwer fallen.  

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