+
Michael Reschke soll in Gelsenkirchen das Rampenlicht besser meiden.

Schalke 04

Ab in die zweite Reihe

Der in Stuttgart gescheiterte Michael Reschke darf zu Schalke, wo er im Hintergrund arbeiten soll.

Es war für alle Beteiligten eine große Erleichterung, dieses Kapitel endgültig schließen zu können. Denn das beste für Schalke 04 an dieser Saison ist, dass sie endlich vorbei ist. Dass die Königsblauen die Meisterschaftsrunde mit einer leblosen Nummer gegen Stuttgart beendeten, passte da ins triste Bild, das die Knappen in den vergangenen Monaten abgeliefert hatten.

Doch für Schalke soll dieses Ende gleichzeitig ein Anfang sein. Die Krise als Chance nutzen, wie es so schön heißt. Ursachen-Forschung für den katastrophalen Absturz des Vizemeisters wird längst betrieben. „Es muss nicht nur mit der Mannschaft etwas passieren. Hier muss von oben bis unten Struktur herein“, sagte Huub Stevens, nachdem seine kurzfristige Trainermission beendet war. „Aber es wird ein langer Weg sein.“

Was Schalkes Jahrhundertcoach, der nun in den Aufsichtsrat zurückkehren wird, sagen will: Königsblau will und muss sich breiter aufstellen. Woran der neue Sportvorstand Jochen Schneider eifrig arbeitet. Eine Schlüsselposition hat er nun besetzt: Der Klub gab am Sonntag bekannt, dass Michael Reschke die auf Schalke neu geschaffene Position des Technischen Direktors übernehmen wird. Der in Stuttgart als Sportvorstand gescheiterte 61-Jährige erhält einen Drei-Jahres-Vertrag – und die Aufgaben, die Scoutingabteilung für den Profibereich neu zu strukturieren und zudem als Kaderplaner zu fungieren. Schneider verweist dabei auf Reschkes „großes Fachwissen und Erfahrung – gerade im Bereich der Personalplanung im Profibereich“.

Allerdings waren die Zweifel groß, warum einer auf Schalke helfen soll, der beim VfB kläglich gescheitert ist. Auch im Aufsichtsrat seien diese Bedenken vorhanden gewesen. Doch Clemens Tönnies verwies darauf, dass Reschke anders als in Stuttgart nicht in der ersten Reihe arbeiten und auftreten wird. Das sei klar so besprochen und auch von Reschke gewünscht, erklärte der Vorsitzende des Kontrollgremiums: „Diese Frage war im Aufsichtsrat die wichtigste. Nachdem das dann klar war, gab es keine Widerstand gegen Reschke.“

Dabei sind laut Tönnies nun die wichtigsten Personalien besetzt, um die Kaderplanungen für die kommende Saison voranzutreiben. Dass dahingehend einiges passieren muss, ist allen Beteiligten klar. Für Unruheherde wie Amine Harit oder Nabil Bentaleb müssen Abnehmer gefunden werden, dazu gilt es, passende Verstärkungen zum Tabellen-14. zu locken. Schneider, Reschke und der neue Trainer David Wagner „sollen entscheiden, wer bleibt, wer in die Philosophie und wer charakterlich passt“, berichtete Tönnies: „Wir haben dafür ein sauberes Budget, mit dem alle zufrieden sind.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion