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Kämpfen noch gegen den Abstieg in Liga zwo, aber ist er zu verhindern? Die Profis des 1. FC Köln. Foto: dpa
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Kämpfen noch gegen den Abstieg in Liga zwo, aber ist er zu verhindern? Die Profis des 1. FC Köln.

Kommentar

Zweite Liga als Sammelbecken für Traditionsklubs

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Hamburger SV, FC. St. Pauli, 1. FC Nürnberg, bald vielleicht auch Werder Bremen, 1. FC Köln, Dresden und Rostock. Ein Kommentar zur zweiten Liga.

Es ist ja schon Problem genug für die Vermarkter der Ersten Fußball-Bundesliga, wenn der FC Bayern Jahr für Jahr mit Mega-Abstand Meister wird. Ein Sportangebot ohne Spannung an der Spitze verkauft sich nicht ganz so gut als schillerndes Premiumprodukt. Nun deutet sich an, dass sich weitere Unannehmlichkeiten hinzugesellen werden. Sollten die derzeitigen 15., 17. und 18. aus Liga eins in Liga zwo absteigen, würden der Eliteklasse in einem Schwung Werder Bremen, der 1. FC Köln und Schalke 04 verlustig gehen. Drei große Traditionsklubs mit aufwühlender Geschichte, Starspielern mit Legendenstatus von gestern und vorgestern und etlichen Anhängern im ganzen Land. Drei Vereine, die sich aufgrund ihrer Historie mit ihren Spielen auch heute noch nach Amerika und Asien vermarkten lassen, selbst wenn Miro Klose, Toni Schumacher oder Stan Libuda inzwischen Davie Selke, Timo Horn oder Alessandro Schöpf heißen.

Im Gegenzug zum Trio Bremen-Köln-Schalke könnten nach Stand der Dinge dank sehr respektabler Leistungen die drei regionalen Marken VfL Bochum, Spielvereinigung Greuther Fürth und Holstein Kiel hochkommen und sich zu Klubs gesellen, deren Erregungsenergie selten weit über die Stadtgrenzen hinausreicht: TSG Hoffenheim, SC Freiburg, FC Augsburg. Arminia Bielefeld, Mainz 05 und Union Berlin. Vereine allesamt, in denen rechtschaffene Arbeit geleistet wird, zu denen sich die weich gepamperten Werksklubs aus Leverkusen und Wolfsburg gesellen, deren Fanbasis auf alle Zeiten überschaubar bleiben wird.

Heldenklubs in Liga zwo

Für die kommende Bundesligasaison sind das eher trübe, für die nächste Zweitligaspielzeit dagegen heiter bis wolkige Aussichten. Das Unterhaus mausert sich zum Sammelbecken der Heldenklubs von einst. Der Hamburger SV dürfte eine dritte Saison in Serie dort erleben, der 1. FC Nürnberg sitzt schon länger fest, die Ostgrößen Dynamo Dresden, Hansa Rostock sowie die berühmten Löwen aus München drücken aus der Dritten Liga nach oben, dazu Fortuna Düsseldorf, der FC St. Pauli, Karlsruhe und Hannover.

Da stellt sich schon die Frage, ob sich das zwar geschrumpfte Sky-Abo mit allen Zweitligaspielen nicht doch noch lohnt, obwohl der gesamte Erstliga-Sonntag künftig bei Dazn gestreamt wird: Denn was hört sich - ohne landsmannschaftliche Hingabe - aufregender an? HSV gegen Werder, Köln gegen Düsseldorf, Nürnberg gegen Schalke, 1860 gegen Pauli oder: Hoffenheim gegen Augsburg, Mainz gegen Bielefeld, Leverkusen gegen Wolfsburg, Freiburg gegen Union?

Essen und Duisburg fristen tristes Dasein

Wenn es so kommt, wie es kommen könnte, wären neun der 15 größten deutschen Städte nicht in der Ersten Fußballbundesliga vertreten, mit Hamburg und Köln würden gar zwei Millionenmetropolen im Oberhaus fehlen. Essen (Regionalliga) und Duisburg (Dritte Liga) schaffen es zwar von der Einwohnerzahl in die Top 15 der Republik, darben aber im erweiterten Profifußball ein Dasein, das weder ihrem Fanreservoir noch ihrer bewegten Geschichte gerecht wird. So sieht’s aus. Betoniert sind nur die Bayern.

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