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Blick in den Pauli Fanblock mit Fans die Ihre Schaals in die Luft halten beim Spiel SV Darmstadt ge
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Anhänger des FC St. Pauli beim Spiel in Darmstadt: Nicht gerade ein Kurztrip.

Kommentar 2. Liga

Mal wieder am Fan vorbei

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Die Zweite Fußball-Bundesliga spielt unter der Woche. Das missfällt den Fans. Ein Kommentar.

Die Anhänger des Zweitligisten FC St. Pauli waren am Dienstagabend im Stadion am Darmstädter Böllenfalltor nun wirklich nicht zu beneiden. Bei Minustemperaturen standen sie 90 Minuten lang ohne Dach über dem Kopf in der Ecke der Gegengeraden – rechts neben ihnen ein hoher Zaun als Abgrenzung zu den Heimfans, links einer zur Baustelle. Nun wird es die mitgereisten Hamburger sicher kaum gestört haben, dass die Hessen derzeit ihr marodes Stadion von Grund auf erneuern, das triste Bild einer Fangruppe inmitten von Bauschutt passte aber sehr wohl zur Stimmungslage der Anhänger. Sie hatten gehörig die Schnauze voll. 

Zum einen natürlich deshalb, weil ihre Kicker vom Kiez keine guten Leistungen zeigten und mit 1:2 gegen die Darmstädter verloren. Zum anderen aber vor allem, weil sie wussten, was da noch auf sie zukommen würde. Eine weitgehend schlaflose Nacht auf unbequemen Bussitzen, eine beschwerliche Heimreise über glatte Straßen, die Ankunft in Hamburg erst im Morgengrauen – und das mitten in einer Arbeitswoche. 

Nun können neunmalkluge Beobachter natürlich entgegnen: Selbst schuld, Pay-TV und Sofa sind auch nett, vor allem sitzen sie im Warmen. Klar, da ist was dran. Zum Fan-Sein, zumindest für die Hartgesottenen, gehört es aber schlicht dazu, den eigenen Klub nahezu überallhin zu begleiten. Brachten am Dienstag 1800 Hamburger insgesamt fast 1000 Kilometer hinter sich, so taten es ihnen am Mittwoch ein paar weniger Kieler nach Heidenheim, insgesamt 1400 Kilometer, gleich. Und so werden es mit Sicherheit auch heute Tausende Kölner machen, wenn für sie über 1000 Kilometer von der Domstadt nach Berlin und wieder zurück anstehen.

Das Ärgerliche daran: Es hätte nicht sein müssen. Denn am vergangenen Wochenende ruhte der Ball im Fußball-Unterhaus, es wäre also genug Zeit für einen früheren Zweitligaauftakt gewesen. Das Argument der Deutschen Fußball-Liga für den jahreseröffnenden Wochenspieltag: keine Konkurrenz zur Bundesliga, mehr TV-Präsenz. Ohnehin ist es manch einem aus der Medienbranche ein Graus, dass die zweite Liga den Wunsch hegt, künftig statt Montag- lieber Samstagabend zu spielen. Dadurch gehe ein Alleinstellungsmerkmal flöten, hieß es erst gestern dazu beim Spobis, dem größten deutschen Sportkongress in Düsseldorf, in Richtung der Zweitligamanager. 

Einer von ihnen, der Darmstädter Präsident Rüdiger Fritsch, entgegnete: Es gelte, gesellschaftliche Entwicklungen aufmerksamer zu berücksichtigen, den Wunsch der Fans zum Beispiel. Eine kluge und richtige Aussage, die am Dienstagabend einmal mehr von den Verbandsbossen mit Füßen getreten wurde. Denn garniert von wüsten Beschimpfungen für DFL und DFB entrollten die Pauli-Anhänger ein eigentlich unmissverständliches Plakat. Darauf stand: „Spiele unter der Woche abschaffen!“

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