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Zwei Joker drehen das Spiel

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Von: Jan Christian Müller

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Fingerzeig Richtung Sieg: Jean-Paul Boetius bejubelt seinen Treffer zum 2:2.
Fingerzeig Richtung Sieg: Jean-Paul Boetius bejubelt seinen Treffer zum 2:2. © Imago

Mainz 05 trotzt Bayer Leverkusen und kämpft beim tollen 3:2-Sieg erfolgreich bis zum Umfallen.

Die kunterbunten Fastnachtstrikots und Stutzen haben dem FSV Mainz 05 beim 3:2 (0:1) gegen Bayer 04 Leverkusen Glück gebracht. Die gerade eingewechselten Joker Jean-Paul Boetius und Marcus Ingvartsen trafen in einem fulminanten Spiel in der 84. Minute und 88. Minute zum Sieg. Zuvor war den Rheinhessen sogar ein vermeintlicher Treffer zum 2:1 nach Überprüfung des Schiedsrichters in der Review-Zone aberkannt worden. Eine enge Entscheidung, auf die Bayer durch den eingewechselten Lucas Alario (74.) zum zweiten Mal in Führung ging, diese aber nicht verteidigen konnte.

Es ging heiß her im schneidigen Wind der Mainzer Arena, und mitunter sogar hitzig. Die Vorhersage von Bayer-Coach Gerardo Seoane, er „gehe nicht davon aus, dass viele Tore fallen werden“, stimmte hinten und vorne nicht und ließ sich auch nicht durch Chancenarmut unterfüttern. Die guten Torhüter Lukas Hradecky (Leverkusen) und Robin Zentner (Mainz) bekamen gut zu tun.

Die Gäste, die zuletzt stolze neun Tore binnen zwei Spielen erzielt hatten, mussten reichlich Abwehrarbeit verrichten. Denn Mainz machte in der Partie der bis dahin besten Bundesligadefensive gegen die zweitbeste Offensive und des viertbesten Heimteams gegen die zweitbeste Auswärtsmannschaft mächtig Druck. Nach 13 Minuten tauchte Hradecky ab, andernfalls wäre der knüppelharte Linksschuss von Anton Stach neben dem linken Pfosten eingeschlagen.

Auf der anderen Seite zeigte Zentner bei einem Schuss von Robert Andrich, was er kann. Im Gegenzug scheiterte Silvan Widmer wiederum an Hradecky, und als nach einer halben Stunde der nunmehr seit neun Bundesligaspielen auf ein Tor wartende Jonathan Burkardt gemeinsam mit Karim Onisiwo frei durch war, stolperte der Österreicher am Ball vorbei.

Derartige Nachlässigkeiten werden im Fußball gern bestraft. Und sie wurden bestraft. Die laut des Mainzer Trainers Bo Svensson „im Moment beste Bundesligamannschaft“ nutzte es aus, dass Mainz einmal nicht geordnet und stabil stand, prompt wurde der Schuss des kurz nach dem Wechsel verletzt gegen Alario ausgewechselten Patrik Schick auch noch von Moussa Niakathé abgefälscht und trudelte zum 0:1 ins Netz (35.). Bereits der 21. Saisontreffer des Tschechen. Und erst das sechste Gegentor für die Nullfünfer daheim. Auch nach dem siebten noch immer die mit Abstand beste Bilanz aller Bundesligisten.

Gerecht war die Leverkusener Führung zur Pause eher nicht. Die körperlich konsequent zur Sache gehenden Mainzer gaben nicht auf. Denn sie wussten ja: Mit einem Sieg würden sie den Champions-League-Rängen nahe kommen. Es kam immer mehr Schärfe in die Zweikämpfe. Das Publikum wurde lauter. Und dann brachen einige Dämme: Aaron Martin, nicht für Tore bekannt, schlenzte einen Freistoß aus 18 Metern um die Mauer herum zum 1:1 in Leverkusener Tor. 57 Minuten waren da gespielt, und nur zwei Minuten danach köpfte Onisiwo mit dem Hinterkopf nach Freistoß von Martin zum vermeintlichen 2:1 ein. Doch Schiedsrichter Benjamin Cortus nahm den Treffer nach Eingriff des Videoassistenten zurück, weil Niakathé im Abseits gewesen war und nach Ansicht der Referees Einfluss in die Szene genommen hatte. Viel Glück für Bayer!

Die Werkself fing sich wieder gegen die garstigen Mainzer, die aber den erneuten Rückstand nicht verhindern konnten. Zentner verhinderte noch das 1:3 prächtig, ehe Boetius und Ingvartsen mit den Schlusspunkten zur Stelle waren.

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