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Die logische Wahl als Bundestrainer: Hansi Flick.
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Die logische Wahl als Bundestrainer: Hansi Flick.

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Zwei Jobs für einen Hansi

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Hansi Flick kehrt als Bundestrainer zum DFB zurück – und es findet sich niemand im großen Fußballland, der dagegen wäre, im Gegenteil: Es fügt sich zusammen, was zusammengehört.

Wie verdient sich Hansi Flick acht Jahre lang als Schattenmann hinter Joachim Löw um das Wohl des DFB-Teams gemacht hat, ist Bundestrainer und Spielern erst richtig klar geworden, als der treue Assistent nicht mehr da war. Da merkten sie bald alle miteinander, wie der Klebstoff zwischen Team und Trainer mürbe wurde. Und kein guter Hansi war mehr zugegen, der diesen Klebstoff frisch angerührt hätte. Auch ein Grund, weshalb sich eine Mannschaft, die keine mehr war, bei der WM 2018 selbst zerlegte.

Bald kehrt der Ex-Co als neuer Chefcoach zum DFB zurück. Es findet sich niemand im ganzen großen Fußballland, der dagegen wäre. Denn bei Hansi Flick handelt es sich nicht nur ein emphatischen Menschen, der als Führungskraft in der Lage ist, eine familiäre Atmosphäre zu schaffen und Spieler und Mitarbeiter eng zu binden. Sondern vor allem auch um einen Fachmann, der selbst gestandenen Bayern-Profis konkret etwas beizubringen vermochte und sie zielsicher dort einsetzte, wo sie den größten Beitrag zum großen Ganzen lieferten.

Das leicht angeknackste Verhältnis zum FC Bayern sollte sich wieder heilen lassen. Die Abwicklung des Flick-Transfers zum DFB verlief hochprofessionell. Im Verband weiß man in einem fortgeschrittenen Stadium der Selbstzerstörung gerade nicht viel, aber eines weiß man sehr genau: Er braucht nicht nur den neuen Bundestrainer Flick, er braucht auch das Wohlwollen der mächtigen Bayern.

Beim DFB erwarten sie nun nicht weniger, als dass der altbekannte Neue mehr liefert als bloß ein gutes A-Team. Natürlich soll Flick seine Mannschaft so nah wie möglich an den WM-Titel 2022 in Katar und dann zur Europameisterschaft 2024 im eigenen Land navigieren. Aber es geht um mehr als diese operative Arbeit, auf die sich Löw immer mehr beschränkte und dabei zusehends eine gewisse Lethargie verbreitete. Es geht um die großen Linien, um die Strategie. Als ehemaliger DFB-Sportdirektor, der seinen 2014 geschlossenen Fünfjahresvertrag 2017 von sich aus kündigte, weil ihm die Entscheidungswege zu lang waren, ist der fleißige Flick genau die richtige Personalie am Scharnier zwischen Elite und Talenten.

Aber der 56-Jährige ist kein klassisches Frontschwein und wird das mit seinen 56 Jahren auch nicht mehr werden. Zur Wahrheit gehört also auch: Eine Aufbruchstimmung wie 2000 von Volksheld Rudi Völler oder 2004 von Renovierer Jürgen Klinsmann wird von Hansi Flick nicht ausgehen. Dafür hätte es Jürgen Klopp gebraucht, der nicht zur Verfügung steht.

Der künftige Job kommt Flick insoweit entgegen, als er nicht zweimal wöchentlich vor Mikrofonen stehen und Fragen beantworten muss. Auch Querelen mit dem Manager sind nicht zu erwarten. Flick und Oliver Bierhoff pflegen ein ungleich vertrauensvolleren Umgang miteinander als Flick und Hasan Salihamidzic das jemals getan haben. Zumal Bierhoff ja auch keine Spieler kaufen kann, die Flick nicht haben will, und keine wegschicken darf, die Flick dabeibehalten möchte. So fügt sich zusammen, was zusammengehört.

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