Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nur noch schöner Schein: Der Verein Schalke 04 liegt am Boden.
+
Nur noch schöner Schein: Der Verein Schalke 04 liegt am Boden.

Kommentar

Zurück in die Vergangenheit

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
    schließen

Der FC Schalke 04 versucht es nach der Entlassung von Manuel Baum jetzt also mit dem alten Haudegen Huub Stevens – das ist ein glasklarer Ausdruck tiefster Verzweiflung. Ein Kommentar.

Die Entlassung von Trainer Manuel Baum nach gerade mal drei Monaten, viel mehr noch die Verpflichtung des Auslaufmodells Huub Stevens für die letzten beiden Spiele dieses Jahres, sind glasklarer Ausdruck tiefster Verzweiflung und ein weiterer Beleg einer völlig verfehlten Personalplanung in Gelsenkirchen-Buer. Mehr Panik, mehr Hoffnungslosigkeit beim so gnadenlos abgeschmierten FC Schalke 04 geht im Grunde nicht. Stevens ist eine Lösung von gestern, wenn auch nur übergangsweise.

Es ist der sehnsuchtsvolle Versuch, eine glorreiche Vergangenheit neu zu beleben. Aber selbst Hubertus Jozefa Margaretha Stevens, mittlerweile 67 und im Aufsichtsrat der Knappen besser aufgehoben, weiß, dass seine Zeit vorbei ist. Schon einmal, im März 2019, musste der sein Image als ruppig und knorrig pflegende Holländer die Schalker retten, zehn Wochen hatte er da alle Hände voll zu tun, und danach war ihm die „neue Erkenntnis“ gekommen, dass „heute ganz anders über Fußball gedacht wird als zu meiner Zeit vor 30, 40 Jahren“.

Deshalb hielt es der Schalker „Jahrhunderttrainer“ schon damals für angebracht, besser jungen Trainern das Vertrauen zu schenken, die „näher an den Gedanken der Spieler sind“ als ein Fußballlehrer im Ruhestand. Aber in der Not wird gerne auch die Ratio über Bord geworfen.

Stevens soll nun kurzfristig das einleiten, was einem überforderten Manuel Baum nicht mehr zugetraut wurde, den Turnaround zu packen. Die Partie gegen Arminia Bielefeld ist von wegweisender Bedeutung, wie so häufig. Wenn nicht gegen einen Aufsteiger und unmittelbaren Konkurrenten im Abstiegskampf gewonnen wird, ja gegen wen will S04 je gewinnen?

Selbst Klopp wäre sinnlos

Und das Verrückte ist ja: Obwohl die Mannschaft in königsblau nicht bundesliga- und wettbewerbstauglich ist, obwohl sie seit 28 Partien kein Spiel mehr gewonnen hat, ist sie noch nicht heillos abgeschlagen. Ein einziger Sieg - und Schalke wäre wieder im Geschäft, hätte zumindest Möglichkeiten, irgendwie doch noch in der Liga zu bleiben. Selbst wenn das aktuell verdammt schwer fällt zu glauben. Nun suchen sie, mal wieder, einen neuen Hoffnungsträger für einen schlecht zusammengestellten Kader, haben dafür zwei Übungsleiter, nämlich Baum und Vorgänger David Wagner bis 2022 auf der Payroll.

Die Probleme liegen aber deutlich tiefer, vermutlich könnten selbst Welttrainer Jürgen Klopp oder Pep Guardiola nicht viel mehr aus diesem Team holen. Da stimmt es hinten und vorne nicht. Dieser Traditionsklub ist ziemlich am Ende, sportlich, finanziell (bei 200 Millionen Euro Schulden) und moralisch (Ausländerfeindliches von Tönnies, Härtefall-Nachweise bei den eigenen Fans).

Wenn es je Gründe für einen logischen Abstieg aus der Liga gibt, Schalke 04 hätte sie alle geliefert. Dass der 67 Jahre alte Aufsichtsrat Stevens ernsthaft den gleichaltrigen Pensionär Friedhelm Funkel als Trainer vorgeschlagen hat, sagt eine Menge.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare