FC Bayern

Zukunft wagen

Beim Rekordmeister sind sich die Bosse über die Bedeutung der Mitgliederversammlung bewusst.

Kurz vor der Jahreshauptversammlung wagte Uli Hoeneß einen Blick auf den FC Bayern der Zukunft. „Wir haben ja eine spezielle Situation. Karl-Heinz Rummenigge wird ja auch in den nächsten Jahren aufhören und wir zwei sind natürlich schon sehr wichtig für den Verein“, erzählte der Präsident, „deswegen ist die wichtigste Aufgabe in den nächsten ein, zwei, drei Jahren eine Nachfolgeregelung zu finden, die den Verein in ein ruhiges Fahrwasser bringen wird.“

Beim jährlichen Treffen an diesem Freitag (19 Uhr) könnten die Bayern-Bosse neue Hinweise zum Generationswechsel in der Chefetage geben und auch sonst die Versammlung zu einem Zukunftskonvent werden lassen. Wie positionieren sich Hoeneß und Rummenigge zum unter Druck stehenden Trainer Niko Kovac, was verraten sie über den Umbruch im Starensemble und beziehen die beiden vor den Mitgliedern Stellung zu den vielen Spekulationen um Oliver Kahn? Auch ohne Präsidiumswahlen verspricht dieser Abend reichlich Spannung.

Klar sind Hoeneß‘ Vorstellungen für die Umbesetzung in der Chefetage. Er ist noch für ein Jahr zum Präsidenten gewählt, im kommenden Jahr will er sich ein weiteres Mal zum Vereinsoberhaupt küren lassen. Rummenigges Vertrag läuft bis zum 31. Dezember 2019.

Uli Hoeneß als der starke Mann

Der 63-Jährige möchte sich in „nächster Zeit“ entscheiden „und dann werde ich mit Uli das Gespräch führen“. Eine Verlängerung, wenngleich nicht wie zuletzt üblich um drei Jahre, ist wahrscheinlich. Seit 2002 führt Rummenigge den Rekordmeister als Vorstandsboss.

Prädestiniert für seine Nachfolge wäre Ex-Kapitän Kahn. Dessen sportliche Reputation ist riesengroß, wirtschaftliche Kompetenz bringt der 49-Jährige auch mit. Kahn selbst hat seine Zukunftsplanungen noch nicht verraten – bei den Gedankenspielen der Münchner nimmt er aber eine zentrale Rolle ein.

„Der erste Mann oder die ersten Männer müssen möglichst aus dem Fußball kommen. Im Gegensatz zu einem normalen Management erwarten Spieler und Trainer, dass du mit denen über die Hauptsache, den Sport, auf Augenhöhe diskutierst“, sagte Hoeneß. „Wenn ich zu Franck Ribéry sage, heute hast Du wieder schönen Mist gespielt, und habe selbst früher beim TSV Aurich gespielt, dann können wir uns über das Machen von Erdbeermarmelade unterhalten.“

Der 66-jährige Hoeneß selbst spricht immer wieder über seinen Rückzug aus der Klubführung. Ein bisschen unheimlich scheint ihm dieser Gedanke aber doch zu sein. „Ich habe kürzlich gesagt, in zwei, drei Jahren... Da haben alle schon meine Nachfolger diskutiert, da bin ich schon ein bisschen nicht geschockt, aber überrascht gewesen“, erzählte Hoeneß. Er werde sicher „nicht ewig am Stuhl kleben“, sagte Hoeneß. Aber: „Es muss eine Lösung geben. Denn ob mit 68, 67 oder mit 70 – irgendwann ist Ende. Je eher desto besser.“ (dpa)

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