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Bange Blicke auf ein Tablet: Der Mönchengladbacher Tross verfolgt das Parallelspiel in Mailand.
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Bange Blicke auf ein Tablet: Der Mönchengladbacher Tross verfolgt das Parallelspiel in Mailand.

Borussia Mönchengladbach

Zitterparty vor dem Tablet

  • vonAndreas Morbach
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Nach einer 0:2-Niederlage gegen Real Madrid feiert Gladbach den Einzug ins Achtelfinale der Champions League.

Den bisherigen Höhepunkt in der überschaubaren Gladbacher Champions-League-Historie erlebten Patrick Herrmann (29) und Jonas Hofmann (28) zwar an verschiedenen Orten, vereint sind die beiden Profis der Borussia dafür aber in einem Wunsch. Schon Anfang Oktober erklärten Herrmann, beim 0:2 bei Real Madrid in der 85. Minute eingewechselt, und Hofmann, der zu Hause gerade seinen Muskelbündelriss vom Tschechien-Länderspiel Mitte November auskuriert, den FC Liverpool unisono zu ihrem persönlichen „Traum-Los“. Aus den Duellen mit den „Reds“ wurde in der Gruppenphase der Königsklasse allerdings nichts. Doch nun bietet sich eine neue Chance: Am Montagmittag – wenn die Paarungen für das Achtelfinale ausgelost werden.

Neben dem englischen Meister könnte Gladbach dort auf Manchester City, Paris Saint-Germain, Juventus Turin und den FC Chelsea treffen. „Da kommen ein paar nette Namen“, kommentierte Trainer Marco Rose, der mit Liverpool-Coach Jürgen Klopp befreundet ist, sachkundig. Nachdem er kurz zuvor erlebt hatte, wie seine Spieler im Estadio Alfredo Di Stefano alle zusammen mit bangen Blicken vor einem Tablet klebten. Ihre dürftige Leistung im letzten Gruppenspiel war den Borussen in diesen Minuten egal. Denn da interessierte sie nur noch, was 1200 Kilometer weiter nordöstlich in Mailand passierte.

Die Party kann beginnen: Die Gladbacher Spieler lassen ihrer Freude im Estadio Alfredo Di Stefano von Madrid freien Lauf.

Und beim Duell zwischen Inter und Schachtjor Donezk geschah genau das, was die vor Spannung bebenden Gladbacher in Reals kleiner Ausweicharena ersehnten: Nichts – die Partie endete 0:0. Hätte es einen Sieger gegeben, hätten die Niederrheinischen in Madrid nicht nur klar ihre Grenzen aufgezeigt, sondern dort auch gleich das Stoppschild in diesem Wettbewerb vor die Füße gerammt bekommen.

So aber steht der Rautenklub nach zwei vergeblichen Anläufen (2015, 2016) erstmals im Achtelfinale der Champions League – im erlesenen Kreis der europäischen Top-Teams, in den Gegner Real gerade zum 24. Mal in Folge vorgestoßen ist. Alltag für die einen, ein historischer Moment für die anderen. Dass dieses Glücksgefühl ihnen trotz des sportlich enttäuschenden Ausklangs vergönnt war, war den Gladbachern dabei bewusst. Doch zugleich nahmen sie es in dem Wissen entgegen, gegen die überaus prominente Konkurrenz eine weitgehend überzeugende Gruppenphase absolviert zu haben.

„Unter dem Strich hatten wir heute keine Chance. Aber unter dem noch größeren Strich steht, dass wir es uns verdient haben“, fasste Mittelfeldakteur Christoph Kramer den Weg in die K.o.-Runde zusammen – und dachte an die vorangegangene Zitterpartie mit den Kollegen vor dem kleinen Bildschirm. „Am Ende war es unfassbar. In Mailand wurden gefühlte zehn Minuten nachgespielt, am Ende konnte ich kaum mehr hinschauen“, erzählte der Weltmeister von 2014.

Dabei wäre die Tablet-Episode in der spanischen Metropole gar nicht zwingend notwendig gewesen: Nach anfänglicher Zurückhaltung bewies das Ensemble von Marco Rose in den ersten zwei Gruppenspielen bei Inter und gegen Real (jeweils 2:2) viel Mut, bezahlte mit insgesamt drei späten Gegentoren aber Lehrgeld. Es folgten glanzvolle Auftritte gegen den zweimaligen Real-Bezwinger Donezk (6:0, 4:0), bei den Niederlagen gegen Mailand und vor allem in Madrid zeigte die Leistungskurve dann jedoch nach unten.

Den Ehrgeiz, sich im Achtelfinale nicht noch mal so vorführen zu lassen wie gerade von Rekordsieger Real, haben die Gladbacher neben dem Stolz auf das Erreichte mit auf die Rückreise ins Rheinland genommen. In Madrid fehlte Trainer Rose („Wir verlieren hier 0:2 – und die Jungs machen Party“) bei seinen Spielern vor allem die Überzeugung, gegen Spaniens Meister mithalten zu können. Diesen Mangel will der 44-Jährige in den Achtelfinal-Partien Mitte Februar und Mitte März unbedingt beheben. Denn, so betonte Marco Rose in Madrid: „Dann bekommen wir noch mal eine Chance, uns auf diesem Niveau zu beweisen. Da wollen wir gut vorbereitet sein – und ich hoffe, dass wir aus diesem Spiel hier lernen.“

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