Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hertha BSC befindet sich nach mehreren Corona-Fällen in häuslicher Quarantäne.
+
Hertha BSC befindet sich nach mehreren Corona-Fällen in häuslicher Quarantäne.

Bundesliga und Corona

Kommentar: Zeit für die Notbremse

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
    schließen

Das Beispiel Hertha BSC zeigt gleich doppelt, dass die DFL die Profiklubs so schnell wie möglich in die Quarantäne-Trainingslager schicken muss. Ein Kommentar.

Es laufen gerade vermehrt Wutbürger durchs Land und geistern überlaut in blasierter Selbstgerechtigkeit durch Soziale Netzwerk-Blasen, die ihren Frust über andauernden Lockdown und verschärfte Notbremsen, aber auch über Privilegien für Profisportler und von der bösen Politik zurückgelassene Amateure ungehemmt ausdünsten. Es gibt leider diese Menschen, die nicht in der Lage sind, eine notwendige Debatte in der gebotenen Tonalität zu führen.

Der professionelle Fußball hat die Empörungskultur in Teilen des Volks allerdings mehrfach obszön herausgefordert: Superspreader-Events gleich zum Beginn der Pandemie, absurderweise in Hochinzidenzgebiete verlegte Königsklassenspiele, Extremdruck der Uefa auf die EM-Ausrichterstädte, Profis, die Corona-Regeln in schwer erträglicher Ignoranz missachteten.

Die Spielergewerkschaft VDV hat bedauerlicherweise vor einigen Wochen die Chance vergeben, sich nicht bloß als plumpe Lobbyvertretung zu gerieren. Seinerzeit hatte die Deutsche Fußball-Liga in weiser Voraussicht Quarantäne-Trainingslager für die 36 Lizenzklubs avisiert. Erstens, um durch ein zweiwöchige Isolation sämtlicher Spieler, Trainer und Betreuer Corona-Fälle zu minimieren und somit keinen Saisonabbruch zu riskieren. Zweitens, um Politik und Gesellschaft zu dokumentieren, dass man seinen bescheidenen Beitrag an der Kontrolle der Pandemie abzuliefern bereit ist.

Prompt lamentierte die Spielervereinigung, solche Camps seien „arbeitsrechtlich problematisch“. Die DFL sollte sich von derlei egoistischen Motiven nicht leiten lassen, sondern zeitnah entscheiden, dass die Klubs sich in verbandsverordnete Quarantäne begeben. Minimum zwei Wochen lang.

Das Beispiel Hertha BSC zeigt (nach mehreren öffentlich weniger wahrgenommenen Fällen in der zweiten Liga) gleich im doppelten Sinne, wie groß der Handlungsbedarf ist. Erstens, weil sich aktuell gleich vier Teammitglieder infiziert haben und ein Spielstopp deshalb unausweichlich ist. Zweitens, weil der bereits einige Wochen zuvor erkrankte Torwart Rune Jarstein einen derart schweren Verlauf erlebte, dass er sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Das Beispiel des Norwegers dokumentiert die Tücke einer Covid-19-Erkrankung. Weitere Spitzensportler:innen im Fußball und anderer Disziplinen berichten von erheblichen Nachwirkungen für Herz, Lunge und Kreislauf. Das sollte auch der DFB in seiner Verantwortung für die noch viel weniger geschützten Amateure berücksichtigen, statt einen Brandbrief mit Öffnungsforderungen zur Unzeit an den nächsten zu reihen.

Das DFL-Präsidium seinerseits ist gut beraten, die Notbremse zu ziehen. Der vorübergehende Entzug von Freiheitsrechten für Fußballprofis in bequemen Quarantäne-Hotels ist alles andere als unzumutbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare