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Dynamisch im Antritt: Laura Freigang.

1. FFC Frankfurt

Zeichen der Anerkennung für Laura Freigang

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Als nächste Spielerin vom FFC debütiert die 22-Jährige in der DFB-Elf– und bekennt sich zum neuen Projekt mit der Eintracht.

Die rührige Geste vor dem Abendessen sorgte bei den deutschen Fußballerinnen durchaus für Erheiterung. Zum Weltfrauentag hatten sich die männlichen Mitglieder aus dem Staff diese besondere Geste ausgedacht: Jede Spielerin, Trainerin und Helferin bekam eine rote Rose überreicht. Am Zeichen der Anerkennung hat an den runden Tischen auch Laura Freigang geschnuppert, die am Wochenende bei der deutschen Frauen-Nationalmannschaft zur nächsten Debütantin unter Martina Voss-Tecklenburg wurde.

„Die Bundestrainerin hatte es angedeutet, also konnte ich mich ein bisschen darauf einstellen. Dann ging alles ganz schnell: warmlaufen, Schienbeinschoner rein, rauf auf den Platz und nicht lange nachdenken“, sagt die 22-Jährige rückblickend zu ihrem Kurzeinsatz gegen Norwegen (4:0), als sie nach 73 Minuten für Linda Dallmann kam. Als nächste Nationalspielerin, die der 1. FFC Frankfurt herausgebracht hat – und nicht umsonst zählten auch Vereinstrainer Niko Arnautis oder Manager Siegfried Dietrich zur langen Schar der Gratulanten.

„Jetzt wollen wir den Algarve-Cup auch gewinnen“, erzählt Freigang vor dem Finale gegen Italien (Mittwoch 19.45 Uhr/DFB-TV). Bei ihrem Kurzeinsatz deutete die in Kiel geborene, aber in Oppenheim bei Mainz aufgewachsene Stürmerin an, warum sie in der Bundesliga bei 13 Saisontoren steht. Bereits seit der U15 trat sie in den Auswahlmannschaften als mehr oder minder verlässliche Torjägerin in Erscheinung. Beim A-Team wolle sie einen „Fuß in die Tür bekommen“, erklärte sie vor der Abreise nach Portugal.

Lehrreicher USA-Aufenthalt

Was sie nach einer Woche beeindruckt, sind die „extrem hohe Qualität und Professionalität; die Bedingungen sind in jeder Hinsicht top, es liegt nur noch an einem selbst, denn um alles wird sich hier gekümmert.“ Sie ist sich schon jetzt sicher, dass sie von diesem Trip profitieren wird: „Das ist eine tolle Erfahrung, die auch noch Spaß macht.“

Ein Zimmer teilt sie sich mit der ihr aus der U19 gut bekannten Torjägerin Klara Bühl. Wie das vom DFB ausgezeichnete Toptalent von der Ausbildungsschmiede des SC Freiburg profitierte, würdigt Freigang die Talententwicklung beim 1. FFC Frankfurt, der seine besten Spielerinnen nicht mehr einkaufen kann, sondern selbst formen muss.

„Deshalb bin ich vor zwei Jahren auch nach Frankfurt gewechselt.“ Dass der Verein jetzt mit Eintracht Frankfurt zusammengehen will, weiß sie ebenfalls zu schätzen. Schließlich ist sie von ihrem Sportstipendium an der Pennsylvania State University geprägt, als sie mit 18 Jahren mitbekam, was es ausmacht, wenn Frauen- und Männerfußball auf einer Stufe stehen. „Es wurden keine Unterschiede gemacht, alle bekamen dasselbe Budget, denselben Respekt. Man hat sich nie herabgestuft gefühlt“, erzählt sie. Natürlich habe der Fußball da in den USA eine besondere Rolle, denn dominierenden Sportarten wie Basketball, Baseball oder American Football seien weiterhin reine Männerdomänen, aber beispielhaft sei der gleichberechtigte Ansatz im US-Soccer sehr wohl.

Wenn künftig unter dem Eintracht-Dach Männer wie Frauen internationale Ambitionen verfolgen, findet sich die Sportstudentin in diesem Ansatz sehr wohl wieder. Sie sei inzwischen auch zum Eintracht-Fan geworden, verrät sie, nachdem sie Europa-League-Heimspiele selbst besucht hat. „Die Stimmung ist famos.“ Zwar steht der formale Einigungsakt zwischen dem FFC und der Eintracht noch aus, doch es ist davon auszugehen, dass Freigang ihre Unterschrift bald unter einen neuen Kontrakt setzen wird, zumal sie die Mainmetropole nach eigenem Bekunden ins Herz geschlossen hat.

EM 2021 als Perspektive

Die Berufung zum Nationalteam soll für die Frankfurterin keine Eintragsfliege bleiben. „Mir hat das Lust auf mehr gemacht“, betont Freigang, die sich weiter empfehlen möchte. Bestenfalls winkt ihr die Teilnahme an der EM 2021 in England, wo sich schon jetzt abzeichnet, dass Europas beste Fußballerinnen dann mit dem Eröffnungsspiel im Old Trafford oder dem Endspiel in Wembley Bühnen erobern, die noch viel mehr Wertschätzung bedeuten als rote Rosen.

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