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Einer von vier Fliegern der KlasJet.Foto: imago images
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Einer von vier Fliegern der KlasJet.Foto: imago images

Panne in der Luft

Zehn Stunden Verspätung

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Warum der DFB mit litauischer KlasJet fliegt und nicht mit Lufthansa und was das alles mit einer ungeplanten Zwischenlandung in Schottland zu tun hat.

Nationalspieler, Trainer und Betreuer bekamen es erst kurz vorm Landeanflug auf Edinburgh mit. Ihre 29 Jahre alte Maschine der litauischen KlasJet mit Ziel Frankfurt musste wegen eines defekten Ersatzstromgenerators in der Boeing 737 mitten in der Nacht in der schottischen Hauptstadt landen. Der Charterflieger war bereits um 1.03 Uhr im isländischen Keflavik gestartet und sollte eigentlich um 5.11 Uhr sicher in Frankfurt ankommen. Stattdessen musste der DFB-Tross erst stundenlang auf dem Airport in Edinburgh im Flieger ausharren und schließlich auf eine aus Köln herbeigeschaffte Ersatzmaschine umsteigen. Landung in Frankfurt kurz vor drei Uhr nachmittags, also mit zehnstündiger Verspätung.

Nicht betroffen waren die drei Bayern-Profis Manuel Neuer, Serge Gnabry und Joshua Kimmich, die lieber morgens um sieben nonstop nach München gedüst waren, sowie die in der Premier League angestellten Spieler, die direkt von Insel Island zu Insel England flogen.

Warum fliegt der DFB überhaupt mit einer kleinen litauischen Airline und nicht mit der langjährigen Partner-Airline Lufthansa? 2014 war die Kooperation auf ihrem Höhepunkt angelangt. Der „Siegerflieger“, der die Weltmeister pünktlich von Rio de Janeiro zurückbrachte, drehte gar eine live im Fernsehen übertragene Extrarunde über Berlin.

Lufthansa hatte sich auch 2017 beim Confederations Cup in Russland noch sehr flexibel gezeigt. Seinerzeit startete sogar eine Maschine aus Frankfurt nach Sotschi, die nur benötigt worden wäre, wenn das DFB-Team im letzten Vorrundenspiel gegen Kamerun ausgeschieden wäre. Als der 3:1-Sieg feststand, drehte der Airbus über dem Schwarzen Meer ab und flog zurück nach Frankfurt. Die sportliche Bilanz übertraf in diesem Fall die Klimabilanz um Längen.

Im Vorfeld der Europameisterschaft 2021 konnte und wollte Lufthansa, hart getroffen von der Coronakrise, eine vergleichbare Flexibilität nicht mehr anbieten. Der DFB stieg deshalb auf KlasJet um, für die nur vier Boeing 737-500 auf spezialisierten Business-Class-Charterflügen unterwegs sind. Es gab Kritik am DFB-Vertrag mit der 2014 gegründeten Airline, da diese im Niedriglohnsektor unterwegs sei. Nach dem frühen EM-Aus sorgten dann Medienberichte für Irritationen, Qatar Airways habe dem DFB ein unmoralisches Angebot unterbreitet, um sich als Partner-Airline anzudienen. Der Verband lehnte es ab, die Berichterstattung zu kommentieren. Dafür meldete sich bald darauf ein verärgerter katarischer Botschafter aus Berlin per Pressemitteilung zu Wort und wies darauf hin, dass der DFB sich an Qatar Airways gewandt hätte, die Airline aber auf die Anfrage nicht eingegangen sei. Eine Peinlichkeit, die der DFB nicht zu dementieren wusste.

Der derzeit ruhende Kooperationsvertrag mit der Lufthansa läuft noch bis Ende 2022. Nach dem Kommunikationsdesaster mit Qatar Airways hat das DFB-Präsidium laut Direktor Oliver Bierhoff entschieden, „mit Lufthansa die Möglichkeiten über eine Fortsetzung der Partnerschaft abzustimmen“.

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