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Champions-League: Toni Kroos wehrt sich gegen Vorwurf von Kaben – und schlägt zurück

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Nach dem Champions-League-Sieg brach Toni Kroos ein ZDF-Interview verärgert ab, weil ihm die Fragen nicht gefielen. Jetzt äußerten sich Kaben vom ZDF und Kroos zum Vorfall.

Update, Mittwoch (1. Juni), 11.30 Uhr: Das kuriose Interview zwischen Toni Kroos und Journalist Nils Kaben nach dem Finale der Champions League ist offenbar noch nicht endgültig aus der Welt geräumt. Nachdem sich der ZDF-Reporter in einem Interview dazu äußerte und bemerkte, von Toni Kroos Respekt zu erwarten, meldete sich jetzt der Real-Profi zu Wort.

In seinem Podcast „Einfach mal Luppen“, den er zusammen mit seinem Bruder Felix aufnimmt, erklärte Toni Kroos seine Beweggründe: „Ich fand einfach diese Herangehensweise in so einem speziellen Moment viel zu wenig empathisch. Und das ist natürlich auch im emotionalen Moment bei mir nicht gut angekommen.“

Champions-League: Toni Kroos wehrt sich gegen Vorwurf von Kaben – und schlägt zurück

Kaben spielte mit seinen Fragen kurz nach Abpfiff und dem Champions-League-Sieg Real Madrids auf die Überlegenheit Liverpools an. Das kam beim Weltmeister von 2014 nicht gut an. Er schimpfte über die „Scheiß-Fragen“ und brach das Interview ab. Im Podcast räumte er ein: „Vielleicht hätte man das Wort ,Scheiß-Frage‘ weglassen können, vielleicht hätte man es bei ,Drecks-Frage‘ lassen können.“

Danach holte Toni Kroos aber nochmal zum Kahlschlag aus: Zwar habe er überlegt, den Journalisten zum Podcast einzuladen und das Kriegsbeil zu begraben. Die Idee sei aber schnell verflogen, „als ich gesehen habe, dass er auch noch der Erste ist, der ein Interview gibt jetzt. Und da sagt, als Spieler sollte man sich so nicht benehmen... Von daher hat sich das dann doch erledigt.“

Und weiter: „Ich finde: Wenn man es aus der Welt räumen will, bespricht man sich.“ Die Wogen zwischen Profi-Sportler und Sport-Journalist werden so schnell wohl erstmal nicht mehr geglättet.

Champions-League: ZDF-Reporter Kaben beklagt fehlenden Respekt von Toni Kroos

Erstmeldung, Dienstag (31. Mai): In einem Interview mit der Nachrichtenseite Spiegel erklärte ZDF-Reporter Nils Kaben sein Unverständnis über das Verhalten von UEFA Champions-League-Sieger Toni Kroos. Nach dem Finale der Königsklasse hatte Kaben Kroos kritische Fragen zum Spiel gestellt, die diesem nicht gefielen. Daraufhin brach Kroos das Interview mit den Worten, „du stellst erst drei negative Fragen - da weiß man schon, dass du aus Deutschland kommst“, ab.

Kaben hatte Kroos im Interview nach dem Spiel die Frage gestellt, ob es für Kroos überraschend war, dass Real so sehr in Bedrängnis geraten sei. Der ehemalige Nationalspieler antwortete darauf: „Du hattest jetzt 90 Minuten Zeit, dir vernünftige Fragen zu überlegen. Und jetzt stellst du mir zwei solche Scheiß-Fragen. Das finde ich Wahnsinn!“

Kroos-Interview: ZDF-Interviewer findet sachliche Fragen nicht unangebracht

Im Interview mit dem Spiegel sagte Kaben jetzt, dass er mit seinen Kollegen und Kolleginnen übereingekommen sei, dass sich Kroos falsch verhalten habe. „Da hätte ich mich als Journalist schon schwer danebenbenehmen müssen, damit der Interviewgast einfach geht.“ Eine „sachliche Frage zum Spielverlauf“ könne kein Grund für dieses Verhalten sein.

Im Spiegel-Interview zeigt sich Kaben selbstkritisch. „Die Frage kann ich besser formulieren. Ganz klar.“ Dennoch sei eine kritische Frage bei dem Spielverlauf, der klar für Finalgegner Liverpool sprach, angebracht. „Ich erwarte auch Respekt“, sagt Kaben über das Verhalten von Kroos.

Nils Kaben (rechts) äußert sich zum abgebrochenen Interview von Toni Kroos.
Nils Kaben (rechts) äußert sich zum abgebrochenen Interview von Toni Kroos. © Moritz Mueller / Imago Images

Kaben: „Überlege mir die Fragen erst kurz vor dem Interview“

Die Aussage von Kroos, dass Kaben 90 Minuten Zeit habe, sich eine Frage zu überlegen, findet der Journalist besonders unangebracht. „Ich sitze während des Spiels hinter dem Tor und bereite mich natürlich auf alle Eventualitäten vor. Aber wenn es dann losgeht, weiß ich gar nicht, mit wem ich gleich sprechen werde.“ Er wisse vorher nicht, wer zum Interview erscheint und auf welcher Sprache er das Gespräch überhaupt führen könne. Außerdem erfahre er erst kurz vor dem Interview, ob er mit einem Gewinner oder Verlierer sprechen wird.

„Was auch kaum jemand weiß: Ich als Reporter habe die ganze Zeit mit der Organisation zu tun, dass Kroos überhaupt zum Gespräch kommt, dass die Kamera frei ist, dass der Ü-Wagen informiert ist“, erklärt Kaben den Umfang seines Jobs. „Die Fragen an die Spieler überlege ich mir erst in den letzten Minuten vor dem Interview.“

Kroos äußerte sich nach dem abgebrochenen Interview ebenfalls. „Ich fordere nicht mehr Respekt. Ich habe nach einem gewonnenen Champions-League-Finale nur eher positiv angelegte Fragen erwartet.“ Sein Urteil zu Kabens Interview lautete: „Hat er nicht so gut gemacht, fand ich.“ (Jan Oeftger)

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