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Wut gegen Mut

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Von: Jakob Böllhoff

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Oft nur durch Fouls zu stoppen: Benjamin Goller (Darmstadt 98, vorn) im im Zweikampf mit dem Ingolstädter Rico Preissinger.
Oft nur durch Fouls zu stoppen: Benjamin Goller (Darmstadt 98, vorn) im im Zweikampf mit dem Ingolstädter Rico Preissinger. © imago images/Eibner

Die erblühten Lilien Darmstadt 98 wollen die Schwächen der Hanseaten aufdecken. Klaus Gjasula kehrt zurück an den Ort, an dem er ein freudloses Jahr erlebte.

Nun hatten sie also ihr Ketchupflaschenerlebnis: Erst kommt gar nichts, und dann kommt alles auf einmal. „Tierisch gefreut“ habe man sich über den ersten Saisonsieg, dieses 6:1 gegen den FC Ingolstadt, sagte Torsten Lieberknecht, der Trainer des SV Darmstadt 98. Wohlwissend, dass am Sonntag (13.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim Hamburger SV eine ungleich schwierigere Aufgabe auf sein Team zukommt als gegen den jammervollen Aufsteiger aus Ingolstadt. „Du brauchst eine herausragende Leistung, um gegen so eine Topmannschaft zu bestehen“, weiß Lieberknecht.

Die Statistik spricht für die Lilien, die seit fünf Spielen in der Hansestadt ungeschlagen sind (vier Siege), oder, um es dramatischer zu formulieren: seit 40 Jahren. Und die Hamburger Aufstiegsfavoriten sind gleich mal wieder ins Taumeln geraten mit ihrem neuen Trainer Tim Walter, vier Punkte erst nach drei Spielen, zuletzt die Derbyniederlage gegen St. Pauli. Ob das den Darmstädtern hilft? Lieberknecht rechnet mit einem Gegner, der „Wut im Bauch“ hat: „Aber wir wollen die Schwächen des HSV aufdecken. Dafür braucht es Mut.“

Den zeigten die Darmstädter gegen Ingolstadt, unbeeindruckt vom schlechten Saisonstart durch das Corona-Chaos mit insgesamt sieben infizierten Spieler. Inzwischen sind alle raus aus der Quarantäne. Nur Frank Ronstadt ist nach seiner Covid-Erkrankung noch nicht einsatzfähig, ihn zählte Lieberknecht am Freitag zu den Langzeitverletzten (Tim Skarke, Aaron Seydel, Marvin Mehlem). Der Rest kann spielen.

Ein gutes Zeichen für die Lilien, wie auch der positive Einfluss der Neuzugänge. So hat Klaus Gjasula direkt nach seinem Wechsel aus Hamburg bei seinem Debüt gegen Ingolstadt gezeigt, dass er mehr ist als ein Klopper mit Gelbsucht. Verwarnt wurde er dennoch sogleich, was aber mehr über den Schiedsrichter aussagte als über Klaus Gjasula. „Darüber habe ich mich tierisch aufgeregt. Das war nie und nimmer eine Gelbe Karte. Er steckt da in einer Schublade drin, und dann wird es schnell ungerecht.“

Beim schnellen Wiedersehen mit dem Ex-Klub wird es für die Lilien auch auf Gjasula ankommen, der kein freudvolles Jahr in Hamburg erlebte. Wut und Mut liegen manchmal eng beieinander.

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