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Wolfsburgs Spieler freuen sich über den späten Siegtreffer gegen Schalke.

Wolfsburg gegen Schalke

Wolfsburg siegt in der Nachspielzeit

VfL Wolfsburg siegt in der Nachspielzeit gegen Vizemeister Schalke 04. Die Königsblauen müssen ab der 69. Spielminute in Unterzahl agieren.

Vizemeister FC Schalke 04 hat einen Fehlstart in die neue Bundesliga-Saison hingelegt. In der Nachspielzeit und auch in Unterzahl kassierte der Vorjahres-Zweite das entscheidende Gegentor zur 1:2 (0:1)-Niederlage beim Beinahe-Absteiger VfL Wolfsburg.

Umjubelter Torschütze war der Wolfsburger Neuzugang Daniel Ginczek (90.+5). VfL-Verteidiger John Anthony Brooks hatte die Wölfe zunächst in der 33. Minute nach einem Eckball in Führung gebracht. In der Schlussphase verursachte der US-Nationalspieler dann aber auch einen Foulelfmeter, den Nabil Bentaleb in der 85. Minute zum zwischenzeitlichen 1:1 verwandelte.

Neben diesem turbulenten Spielverlauf sorgte vor 26.621 Zuschauern auch der Videobeweis für Gesprächsstoff - und das binnen drei Minuten gleich zweimal. Im Falle des Schalker Verteidigers Matija Nastasic zückte Schiedsrichter Patrick Ittrich nach einem groben Foul zunächst die Gelbe Karte, ehe er den Serben nach dem Studium der Videobilder mit Rot vom Platz stellte (66.). Bei Wolfsburgs Wout Weghorst lief es kurz darauf genau umgekehrt. Erst sah der Niederländer wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit die Rote Karte. Nachdem Ittrich seine Entscheidung aber erneut überprüft hatte, bekam der Stürmer nur Gelb und durfte weiterspielen (69.). Die Schalker protestierten vehement.

Eigentlich hatte sich bei der Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco im Vergleich zu der erfolgreichen Vorsaison gar nicht allzu viel geändert. In der Startformation standen am Samstag nur drei Neuzugänge (Mark Uth, Suat Serdar und Salif Sané). Und auch taktisch setzte der Schalker Coach erneut auf Spielkontrolle, auf eine stabile Defensive und das Lauern auf gegnerische Fehler.

Dem Champions-League-Teilnehmer gingen jedoch die Zielstrebigkeit und Abgeklärtheit der vergangenen Monate ab. Im Spiel nach vorne gelang dem Favoriten nur wenig. Immer wieder haderte Tedeso an der Seitenlinie mit unnötigen Ballverlusten im Spielaufbau oder unpräzisen Zuspielen in den Strafraum.

Wolfsburg erkämpft spätes Siegtor

Auch in ihrer Königsdisziplin, dem Verteidigen, zeigten die Königsblauen ungewohnte Schwächen. Vor dem Wolfsburger Führungstor schlug Maximilian Arnold einen Eckball in den Strafraum, wo der US-Nationalspieler Brooks einfach unbemerkt einem halben Dutzend Schalker Verteidiger davonschleichen konnte. So frei wie der 25-Jährige in dieser Szene steht am Fünfmeterraum ansonsten nur der Platzwart, wenn er in der Halbzeitpause den Rasen pflegt.

Die Wölfe waren in diesem Spiel schon vorher mutiger, bissiger und auch spielstärker gewesen. Bereits in der 22. Minute musste Schalkes Torwart Fährmann einen Freistoß des Brasilianers William parieren.

Nach zwei völlig verkorksten Jahren im Abstiegskampf verzichteten Trainer Bruno Labbadia und der neue Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke in diesem Sommer ganz bewusst auf einen großen Umbruch. Sie versuchen stattdessen, ohne großen Erwartungsdruck endlich das Potenzial dieser teuren Mannschaft freizulegen. Und zumindest zum Saison-Auftakt zahlte sich dieses Vertrauen auch aus.

Wolfsburg spielte in der zweiten Halbzeit zunächst weiter nach vorne und hielt die Schalker so lange Zeit vom eigenen Tor fern. In Unterzahl kamen die Gäste erst in den letzten zehn Minuten wieder gefährlich auf. Breel Embolo vergab schon in der 83. Minute eine dicke Chance. Zwei Minuten später traf Bentaleb vom Elfmeterpunkt. Ein Punkt in Unterzahl wäre für die Schalker ein ordentliches Ergebnis gewesen. Doch dann bissen die Wölfe noch einmal spät zu. (dpa)

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