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Bruno Labbadia (links) und Jörg Schmadtke können nicht so recht miteinander.

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VfL Wolfsburg: Vor der Scheidung

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Beim VfL Wolfsburg sind sich Geschäftsführer Schmadtke und Trainer Labbadia nicht gerade wohlgesonnen - das dürfte trotz Erfolges bald in einer Trennung münden.

Der Wolfsburger Geschäftsführer Jörg Schmadtke gilt nicht eben als einfacher, angepasster Typ, er ist eher ein Querdenker, eigen, zuweilen etwas verschroben. Fürs diplomatische Corps taugt der frühere Torwart mit den ulkigen Löckchen garantiert nicht, als Vorgesetzter ist mit dem 54-Jährigen nicht gut Kirschen essen.

In Hannover kommunizierte er mit dem damaligen Trainer Mirko Slomka allenfalls per E-Mail, in Köln übertünchte der recht lange anhaltende Höhenflug die zerrüttete Beziehung zu Peter Stöger, und nun in Wolfsburg? Da teilte der Manager jetzt via Boulevard gegen seinen überaus erfolgreichen Chefcoach Bruno Labbadia aus: „Ich werde sicher mit ihm keine Kochrezepte austauschen oder einen gemeinsamen Urlaub planen“, sagte er der „Bild“ und folgerte: „Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht.“ Das sind ungewöhnliche Sätze eines Verantwortlichen, gnadenlos ehrlich, klar. Aber bisweilen ist weniger oft mehr, gerade in der überdrehten Branche. Vielleicht hätte er sich besser auf die Zunge gebissen.

Andererseits ist jetzt raus, was am Mittellandkanal sowieso jeder wusste: Dass es in der Beziehung zwischen Labbadia und seinem Chef gewaltig kriselt. Die beiden Alphatiere, so einfach ist das wirklich manchmal, können einfach nicht miteinander, sie finden keinen Draht und keinen Zugang zueinander. Das sind denkbar schlechte Voraussetzungen, um dauerhaft erfolgreich zu arbeiten.

Umso höher ist die Leistung Labbadias zu bewerten, der hervorragende Arbeit liefert und den VfL bis weit nach oben geführt hat. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, er wird sich wohl einen neuen Job suchen, und er wird einen finden. Für den Mann aus Südhessen ist eine saubere Trennung am Saisonende absolut okay, er hat seinen inneren Frieden gefunden. Denn mal nicht entlassen zu werden, sondern selbstbestimmt zu gehen, hat einen nicht zu unterschätzenden Charme.

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