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Noch läuft nicht alles rund: VfL-Trainer Oliver Glasner.

Gegner VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg: Die erste Delle

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Neu-Trainer Oliver Glasner erklärt die Schaffenskrise beim VFL Wolfsburg - dem Gegner von Eintracht Frankfurt.

Oliver Glasner hat selbst ein bisschen länger überlegen müssen. Vier Niederlagen am Stück hat der 45-Jährige in seiner Trainerkarriere schon einmal erlebt, auch wenn es der Trainer des VfL Wolfsburg fast vergessen hatte. Bei seinem Heimatverein Linzer ASK gingen Ende der Saison 2017/2018 die letzten vier Saisonspiele verloren. „Da hat die Mannschaft ein bisschen in den Urlaubsmodus geschaltet, der Ofen war aus“, erzählte Glasner kürzlich im Interview mit dem Fachmagazin „Kicker“. Die Mini-Krise beim niedersächsischen Bundesligisten, den der Österreicher erst im Sommer übernahm, hatte sich nicht unbedingt angekündigt.

Die „Wölfe“ waren mit wettbewerbsübergreifend 13 Spielen ohne Niederlage prächtig in die Saison gestartet, die neuen Vorgaben schienen sofort zu passen, und mit einem sehr pragmatischen Stil nisteten sich die Niedersachsen im Bereich der Spitzenmannschaften ein. Doch inzwischen ist der VfL nur noch Zehnter, liegt punktgleich mit dem heutigen Gegner Eintracht Frankfurt im Tabellenmittelfeld. Vielen galt die 1:6-Abreibung im DFB-Pokal gegen RB Leipzig als Beginn der Talfahrt, dem ein 0:3 bei Borussia Dortmund in der Liga, ein 1:3 gegen KAA Gent in der Europa League und noch ein 0:2 gegen Bayer Leverkusen folgten.

Diese Ergebniskrise habe laut Glasner auch etwas mit der Erwartungshaltung rund um den Verein zu tun, der unter Vorgänger Bruno Labbadia auf einem sehr beachtlichen sechsten Rang abschloss. Es habe „so manchem nicht gereicht, einfach nur zu gewinnen“, sagte Glasner. „Wir haben uns davon ein wenig anstecken lassen, dass es trotz guter Ergebnisse manchmal ein bisschen zu wenig war. Zur Halbzeit führten wir zuletzt gegen Gent mit 1:0, hatten alles im Griff. Und trotzdem herrschte in der Kabine eine gewisse Unzufriedenheit.“

VFL Wolfsburg mit Schwächen vor dem Tor

Der Coach erinnerte deshalb daran: „Vor einem Jahr hatte der VfL nach elf Spielen zwölf Punkte und war Zwölfter. Nur können sich viele gar nicht mehr daran erinnern.“

Ein Problem sieht er in der mangelnden Effektivität vor des Gegners Tor. „Es steht unzweifelhaft fest, dass wir zu wenige Tore schießen“, stellte der Fußballlehrer fest, dessen Team in Bundesliga in elf Partien nur elf Tore erzielt hat. „Momentan hat man das Gefühl, dass die ganze Last des Toreerzielens auf Wout Weghorst lastet. Wir sind weit weg von Effizienz im Toreschießen, hier müssen wir vorankommen. Das war im letzten Jahr die größte Stärke. Dazu fehlt uns derzeit auch die Gefährlichkeit bei Standardsituationen.“

Kein Wunder: Der hoch veranlagte Dribbler Josip Brekalo oder Glasner-Wunschspieler Joa Victor sind eher Leichtgewichte, die über Umschaltmomente kommen. Der wuchtige U21-Vizeeuropameister Lukas Nmecha hingegen muss noch lernen, seinen wuchtigen Körper besser einzusetzen. Hinzu kommt: Das 3-4-3-System hat zwar die Defensive anfangs stabilisiert, in der Offensive sind die Automatismen – gerade für die anspruchsvollen Position beider Außenverteidiger – noch nicht so eingeschliffen.

So ist der hoch veranlagte Franzose Jerome Roussillon auf der linken Seite weit davon entfernt, den sich bietenden Freiraum – so wie der Frankfurter Filip Kostic – zu nutzen. Macht alles in allem noch einige Probleme für den neuen Mann auf der Wolfsburger Trainerbank, der für das Gastspiel im Frankfurter Stadtwald überzeugt ist, „dass wir dort gewinnen können“.

Casteels kehrt zurück

Denn Hoffnung verbreitet die Tatsache, dass am Dienstag bei einem internen Testspiel gleich vier Profis ihr Comeback feierten: Torwart Koen Casteels (Haarriss im Wadenbein), Mittelfeldkämpfer Xaver Schlager (Knöchelbruch), Offensivallrounder Admir Mehmedi (Muskelfaserriss) und Torjäger Daniel Ginczek (Rückenoperation). „Sie sind alle auf dem absolut richtigen Weg“, freute sich der Trainer. Als sicher gilt, dass Stammtorhüter Casteels, der sich genau wie Neuzugang Schlager gleich am dritten Spieltag schwerer verletzt, bereits bei der Eintracht in der Startelf stehen wird.

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