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WM in Katar: Hansi Flick übt deutliche Kritik an Vergabe

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Von: Niklas Kirk

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Hansi Flick
Vermutet kein Fußball-Fest bei der Katar-WM: Bundestrainer Hansi Flick. © Marco Steinbrenner/dpa

Zwei Monate vor Beginn der WM hat Hansi Flick seinen Unmut über die Vergabe des Turniers geäußert, und das deutlicher als andere DFB-Vertreter.

Frankfurt – Nach sieben Spieltagen begibt sich die Bundesliga in die Länderspielpause. Während dieser Pause stehen im Rahmen der Nations League, zwei der noch drei verbliebenen Spiele der deutschen Nationalmannschaft vor der umstrittenen WM in Katar an. Abseits der sportlichen Einschätzungen äußerte Bundestrainer Hansi Flick jetzt Kritik an der WM-Vergabe an Katar in ungewohnt deutlichem Ton.

WM 2022: Bundestrainer Flick sieht keine Vertretbarkeit der Vergabe an Katar

Dies erfolgte im Rahmen eines Interviews mit Süddeutschen Zeitung. Die Frage nach der Vertretbarkeit der WM-Vergabe an Katar, hätte nach Meinung Flicks: „schon viel früher beantwortet werden müssen – und zwar mit einem Nein!“, so der Bundestrainer. „Dass in Katar beim Thema Menschenrechte, beim Thema Nachhaltigkeit vieles nicht stimmt, ist ja offensichtlich“, konkretisierte der 57-Jährige seinen Vorwurf.

Was Kritikern der WM schon seit Jahren anprangern, war von den selbigen von offizieller Ebene oft vermisst worden. Angefangen mit Franz Beckenbauer – immerhin bis 2010 Vizepräsident des DFB und bis 2011 Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees – der schon 2013 keine menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen im Emirat erkennen konnte, waren kritische Äußerungen von DFB Vertretern zumindest mit Bedacht gewählt. Exekutivdirektor Oliver Bierhoff, verbarg seine Bedenken hinter rhetorischen Fragen („Wie kann die FIFA die WM an dieses Land vergeben?“). Auch der neue Präsident Bernd Neuendorf, der die Vergabe als „fragwürdig“ bezeichnete, vermied es jüngst, eine klare Position zu beziehen.

Hansi Flick über die WM 2022 - „Kein Turnier für die Fans“

Bereits im August hatte Flick seinen Unmut über die Winter-WM der FIFA geäußert. Damals gab er zu bedenken, dass dieses Turnier seiner Meinung nach „keine Weltmeisterschaft für die Fans sein wird“. Er selbst habe Bekannte, „die gerne nach Katar fliegen würden, es aber aus vielen Gründen nicht tun“, und nannte dabei Menschenrechtsverletzungen, die Ausgrenzung von Minderheiten und die inakzeptable Situation für Homosexuelle in dem Land als die ausschlaggebenden Gründe.

Dem Heidelberger scheint trotz seines persönlichen Drucks – es ist sein erstes großes Turnier als Bundestrainer – ein Zeichen setzen zu wollen und erklärt seine offene Art unmissverständlich in einem Satz. „Ich bin auch als Cheftrainer bei Bayern München gut damit gefahren, mich so zu geben, wie ich bin“, meint der ehemalige Münchner Erfolgscoach.

Zum Thema Menschenrechte und Sicherheit bei der WM hat sich unlängst der ehemalige DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn geäußert. Im Interview mit der FR spricht der jetzige FIFA-Sicherheitschef von einer „Riesenchance“. (nki)

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