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Vertreten verschiedene Standpunkte in Sachen WM: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (links) und Fifa-Präsident Gianni Infantino.
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Vertreten verschiedene Standpunkte in Sachen WM: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (links) und Fifa-Präsident Gianni Infantino.

Glosse

FIFA will WM alle zwei Jahre - mehr, mehr und immer mehr

  • Jakob Böllhoff
    VonJakob Böllhoff
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Die Fifa hat die Idee, bald die Fußball-Weltmeisterschaft im Zweijahresrhythmus auszutragen. Eine Glosse.

Zürich – Wir brauchen mehr. Viel mehr, von allem, die ganze Zeit. Und wenn wir glauben, es ist okay, es reicht erst einmal – bitte innehalten für einen Moment. Warten, bis der Mangel sich zu erkennen gibt, er wird hervortreten hinter dem vollkommen irreführenden Gefühl von Genügsamkeit. Keine Sorge.

So ist es zum Beispiel wichtig, dass man sich immer wieder vor Augen führt, dass es viel zu wenig Fußball gibt auf der Welt. Wir brauchen mehr Fußball, häufiger, ganz wichtig ist das, sonst liefe man am Ende noch Gefahr, sich für etwas anderes zu interessieren. Gott bewahre. Und wenn wir schon von Gott sprechen: Die Fifa, der Weltverband und, man könnte fast meinen, Geburtsstätte des Gotteskomplexes, ist gerade mit der herrlichen Idee um die Ecke geschossen, ihr Premiumprodukt, die Weltmeisterschaft, nicht nur alle vier Jahre, sondern im Zweijahresrhythmus zu veranstalten. Was für eine grandiose Idee, was für ein tolles Mehr!

Fifa engagiert Arsène Wenger als Interessensvertreter

Um den Leuten verständlich zu machen, wie toll diese Idee ist – und sie ist ausgesprochen toll, toller geht’s gar nicht, toller sogar noch als die (ein Glück!) schon in die Tat umgesetzte Großtollheit, die WM ab 2026 auf 48 Teams aufzustocken, weil, 48 ist mehr als 32, wie Fifa-Mathematiker ermitteln konnten. Aus diesem Grund also ist zurzeit die graue Eminenz Arsène Wenger unterwegs und geht von Tür zu Tür wie ein Vertreter für Luxusstaubsauger.

Als Trainer von Arsenal London erlangte Wenger, 71, vor allem zum Schluss Beliebtheit, indem er vor laufenden Kameras an seinem Mantel verzweifelte (verdammter Reißverschluss!) und sich außerdem rührend an seinen Job bei Arsenal klammerte. Nun ist er bei der Fifa „Direktor für globale Fußballförderung“, und aktuell sagt er bewegende Sätze wie: „Wir müssen erkennen, dass die Gesellschaft mehr und mehr hochklassige und emotionale Spiele fordert.“ Wirklich, es ist ja kein Zustand. All diese viel zu selten ausgetragenen, viel zu unemotionalen Fußballspiele – als wäre dieser arme Sport unsichtbar.

Fußball-WM im Zweijahresrhythmus – denn nur mehr ist mehr

Wenger jedenfalls hat erkannt, dass es so nicht weitergeht. In dieser Woche trifft er sich in Doha mit einer 30-köpfigen Expertengruppe (darunter auch die deutschen Leuchten Sami Khedira, Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann), um endlich mal über alles zu sprechen. Es gehe darum, heißt es in einem Statement, „den Fußball wirklich zu globalisieren und allen Talenten und Ländern eine Chance zu geben.“ Sehr gut, sehr richtig. Denn nur mehr ist mehr, und gleich viel ist weniger, und weniger ist überhaupt nichts, und von nichts kommt nichts. Und irgendetwas muss ja aufs Schweizer Bankkonto. (Jakob Böllhoff)

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