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Dunkelrot, laut, männlich: Die ominösen Ultras Katar

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Von: Tobias Utz

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Ultras Katar
Stimmung im Al-Bait Stadion: Katarische „Ultras“ jubeln. © Tom Weller / dpa

Die Fußball-Nation Katar hat plötzlich eigene Ultras. Ein Bericht erhärtet nun einen lange gehegten Verdacht.

Doha – Katar versucht sich bei der WM 2022 als Fußball-Nation zu positionieren. Seit Jahren wird über „Sportwashing“ in Bezug auf das Emirat berichtet. Die Faszination des Fußballs wird genutzt, um an Einfluss zu gewinnen: politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.

Ein Teil dieses nahezu perfekt inszenierten Bildes in Katar ist die Fangemeinde. Diese ist insbesondere bei den Gruppenspielen der Kataris sehr präsent. Ein Ultra-Block macht Stimmung: rund 1500 Männer, einheitlich in Dunkelrot gekleidet. Ein Bericht erhärtet nun den Verdacht, dass der Staat dahinter steckt. Wie die New York Times berichtet, sind sie eingekauft.

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Demnach wurde die Gruppe mit relativ viel Aufwand rekrutiert: Vor allem Studenten aus dem Libanon, Ägypten, Algerien und Syrien wurden angeworben. Für ein „Training“ traf man sich im Libanon. Unterstützt wurden sie laut dem Bericht vom Anführer der weltweit organisierten Ultra-Gruppierung „UltrAslan“, die zu Galatasaray Istanbul halten.

Mit Pyrotechnik, Spruchbändern und Sprechchören wurde den rund 1500 Männern gezeigt, was für eine Atmosphäre möglich ist. Seit Mitte Oktober soll sich die Gruppe nun in Doha befinden. Seitdem wurden unter anderem Choreografien eingeübt.

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Als Gegenleistung für die gute Stimmung in Katar sollen die „Ultras“ Verpflegung, Unterkünfte und WM-Tickets erhalten haben.

Weder das Emirat Katar, die Ultra-Gruppierung selbst oder die Fans von Galatasaray Istanbul haben sich bislang zum Bericht und den Vorwürfen geäußert. (tu/dpa)

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