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WM 2022: Neuer Ärger – Droht die totale Fan-Überwachung in Katar?

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Von: Melanie Gottschalk

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Wenige Tage vor dem Start der WM 2022 in Katar kommen weitere Details zu den Bedingungen für mitgereiste Fans vor Ort ans Licht.

Frankfurt - In wenigen Tagen beginnt die WM 2022 in Katar. Selten war ein Turnier so umstritten, wie dieses, Gründe dafür gibt es viele. Menschenrechtsorganisationen schlagen aufgrund des Umgangs mit migrantischen Arbeiterinnen und Arbeitern Alarm, Fußball-Fans fordern Mannschaften immer wieder zum Boykott des Turniers auf. Hinzu kommt die schwierige Menschenrechtslage im Wüstenstaat. Die Liste der Kritikpunkte ist lang.

Katar möchte sich während der WM 2022 von seiner besten Seite präsentieren. Pannen kämen da ungelegen.
Katar möchte sich während der WM 2022 von seiner besten Seite präsentieren. Pannen kämen da ungelegen. © Moritz Mueller/imago

Viele Fußballbegeisterte haben deshalb beschlossen, der WM 2022 den Rücken zu kehren und kein einziges Spiel des Turniers zu schauen. Die Veranstaltenden in Katar erwarten trotzdem laut Al Jazeera rund 1,2 Millionen Fans in dem Emirat. Ob die Zahlen geschönt sind, ist unklar. Doch erst vor wenigen Tagen waren Videos aufgetaucht, die bezahlte Fans in den Straßen von Doha, der Hauptstadt Katars, zeigen sollen.

WM 2022: Großflächige Überwachung in Katar

Der Verdacht, dass die Bilder möglicherweise gestellt sein könnten, ergeben sich nicht alleine aus Videoausschnitten, die auf der Plattform Twitter geteilt wurden. Bereits seit Wochen ist bekannt, dass die WM-Organisator:innen Fans anwerben, um positive Stimmung zu erzeugen und das Turnier in den sozialen Medien zu promoten. Darüber hinaus werden sich auch einige Anhänger:innen ihrer Nationen auf den Weg in den Wüstenstaat machen.

Diese Fans sollten sich darüber bewusst sein, dass es wohl zu einer großflächigen Überwachung während der WM 2022 in Katar kommen wird. Das zumindest legt der Bericht von Al Jazeera nahe. Das Emirat will sich während der Weltmeisterschaft als perfekter Gastgeber inszenieren, Pannen, Proteste oder Ausschreitungen sind da fehl am Platz.

22.000 Kameras während WM 2022 in Katar im Einsatz

Deshalb sollen laut Al Jazeera rund 22.000 Kameras im Einsatz sein, die die Zuschauenden in den acht Stadien und auf den Straßen Dohas überwachen werden. Im Lusail Stadium, in dem zehn Spiele inklusive des Finales ausgetragen werden, ist es mit der Technik beispielsweise möglich, auf jeden der 80.000 Sitze ranzuzoomen und das Verhalten der Fans genau zu überwachen.

100 Techniker sollen rund um die Uhr im Einsatz sein, die Bilder der Kameras laufen in einem zentralen Kontroll-Zentrum zusammen, von dort aus wird gesteuert und überwacht. Laut Al Jazeera könnten beispielsweise Eingangsschleusen geöffnet werden, wenn in einem bestimmten Bereich zu viele Leute anwesend sind. Auch die Temperatur in den Stadien der WM 2022 kann von dort aus geregelt werden. Doch das ist lange noch nicht alles.

WM 2022: Neue Technik, die so bei Turnier noch nie zum Einsatz kam

Die Organisator:innen der WM 2022 wollen mit der Technik, die nach deren Aussagen in einer solchen Form noch nie bei einer Weltmeisterschaft zum Einsatz kam, laut Al Jazeera verhindern, dass es zu ähnlichen Szenen wie beim Champions-League-Finale zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool im Mai 2022 kommt. Dort hatte die Polizei Tränengas gegen Fans eingesetzt, die versucht hatten, in das Stadion in Paris zu gelangen.

Diese Art der Überwachung wird sicher weitere Kritik mit sich bringen, das Thema Überwachung stand aber schon einmal im Blickpunkt. Denn bereits vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass alle Fans, die zur WM 2022 nach Katar reisen, gebeten werden, zwei Apps herunterzuladen, die laut Expert:innen alle Informationen auf ihrem Telefon weitergeben würden. (msb)

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