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Tagebuch zur WM 2022: Nachricht aus Hamburg  

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Von: Jan Christian Müller

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Jan Christian Müller, Sportreporter bei der Frankfurter Rundschau, berichtet live von der WM 2022 in Katar.
Jan Christian Müller, Sportreporter bei der Frankfurter Rundschau, berichtet live von der WM 2022 in Katar. © afp/dpa/Imago/N. Bruckmann/M. Litzka (Montage)

Jan Christian Müller berichtet live von der WM 2022. In seinem Tagebuch schreibt er über die Ereignisse vor Ort.

Doha – Kollege Kai Schiller ist der beste Vereinsreporter, den ich jemals kennengelernt habe. Er kennt den HSV in- und auswendig und kriegt regelmäßig alles raus, was sich hinter den Kulissen dieses notorisch unruhigen Vereins abspielt. Kai hat gerade im Sportteil des Hamburger Abendblatts eine regelmäßige Kolumne zur WM 2022. So ein bisschen vergleichbar mit dem Tagebuch hier, das es aber nicht in die gute alte gedruckte Frankfurter Rundschau schafft, sondern „nur“ ins Internet. Da wird es, glaube ich, sowieso mehr gelesen als im ollen Blatt.

Jedenfalls hat Kai in einer der letzten Ausgaben über mich geschrieben. Weil er es eine auffällig gute Idee fand, dass ich hier in Katar Skiunterwäsche mit dabei habe. In einem Land, in dem es auch nachts zu dieser Jahreszeit nie unter 23 Grad kalt wird und tags zwischen 29 und 32 Grad heiß ist, klingt das etwas komisch. Aber in den notorisch runtergekühlten Stadien sind diese Funktionsklamotten tatsächlich sehr hilfreich. Im Grunde hätte ich noch eine Mütze und einen dickeren Schal mitnehmen sollen.

Die Hamburger Glosse
Die Hamburger Glosse © Privat

WM 2022: Die Unterwäsche schafft Kontakte

Kais Glosse über meine Skihemden ist in Hamburg offenbar tatsächlich gelesen worden. Ich wusste noch gar nicht, dass sie veröffentlicht worden war, da bekam ich schon eine WhatsApp von Kirsten. Ich schätze mal, ich habe sie ungefähr 15 oder 20 Jahre nicht gesehen, aber meine und ihre Handynummer haben sich seitdem nicht geändert. Vor 37 Jahren haben wir uns beim Studium in Hamburg kennengelernt. Betriebswirtschaftslehre, Kirsten war deutlich schlauer als ich, und außerdem schwer in Ordnung, sie ist inzwischen Steuerberaterin. Ich bin ziemlich sicher: Wer von ihr beraten wird, kriegt vom Finanzamt Geld zurück. 

Sie wohnte mit ihren Eltern und ihrem Bruder in Norderstedt vor den Toren von Hamburg. Weil ich dort in der Hamburger Verbandsliga mit eher bescheidenem Erfolg Fußball gespielt habe und dreimal pro Woche zum Training musste (um am Wochenende meist betrübt auf der Ersatzbank zu hocken), hat sie mich manchmal vorher eingeladen. Zum gemeinsamen Lernen, Kuchen essen und Kaffee trinken. War eine schöne, unbeschwerte Zeit, wenn nur die Klausuren nicht gewesen wären, und es ist natürlich umso schöner, jetzt wieder was von ihr zu hören. Kai sei Dank. Und meiner Skiunterwäsche. 

Und auch bei vielen anderen von euch möchte ich mich hier zwischendurch mal bedanken, dass ihr euch manchmal meldet, wenn euch ein Tagebuch gefällt. Ich hoffe, mir gehen nicht bald die Themen aus. (Jan Christian Müller)

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