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WM 2022: Mario Götze muss noch warten

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Von: Stefan Krieger

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Geduld ist gerade die wichtigste Eigenschaft des Rio-Helden Mario Götze nach seiner Rückkehr als Nationalspieler.

Doha – Nach der Niederlage im ersten Vorrundenspiel gegen Japan kommentierte die spanische Zeitung El País: „Flicks Wechsel lassen Deutschland gegen Japan zerbröckeln. Die deutsche Mannschaft hatte sich klar durchgesetzt, bis der Trainer mit dem Austausch von Gündogan und Musiala durch Goretzka und Götze die Japaner aufholen ließ.“

Nun ist es sicher nicht ganz fair, den beiden Eingewechselten die Schuld an der Pleite zu geben. Aber sicher hatte sich zumindest Mario Götze, zentrale Figur beim Europapokalsieger Eintracht Frankfurt, seine Rückkehr als Nationalspieler anders vorgestellt. Sein 12-Minuten-Comeback bei der WM 2022 nach fünf Jahren ohne Länderspiel war im allgemeinen deutschen Frust über die 1:2-Auftaktniederlage allerdings weitestgehend untergegangen.

Bislang meistens nur Zuschauer: Mario Götze.
Bislang meistens nur Zuschauer: Mario Götze. © Imago/Ulmer

Auch nach dem 1:1 gegen Spanien, das er komplett von der Ersatzbank aus verfolgen musste, hatte Mario Götze in der Interview-Zone den Reportern nur ein paar Wortfetzen zugeworfen. Die Message des Helden von 2014: Noch habe ich euch nichts zu sagen.

Thomas Müller über Mario Götze: „Er zeigt im Training, was er drauf hat“

Und so ist es Anderen vorbehalten, über Mario Götze und seine Rolle im Team bei der WM 2022 in Katar zu reden. „Mario ist ein absolut wichtiger Bestandteil dieser Gruppe. Er zeigt im Training, was er drauf hat“, antwortete Thomas Müller, selbst noch auf der Suche nach der Form, auf die Frage, ob es seinem Kollegen denn gut gehe. Man kam zu dem Schluss: Es geht Mario Götze gut.

Noch besser ginge es dem 30-Jährigen sicherlich, wenn Hansi Flick ihn in die Startelf für die letzte Gruppenpartie am Donnerstag (1. 20.00 Uhr/ARD und MagentaTV) gegen Costa Rica berufen würde. Dafür spricht allerdings nicht viel.

Versprechungen hatte Flick dem Rückkehrer sowieso nicht gemacht. Doch dem Vernehmen nach hatte Götze dem Bundestrainer schon signalisiert, nach seinen allseits bewunderten Leistungen für Eintracht Frankfurt nicht als fünftes Rad am WM-Wagen nach Katar mitzukommen. Im großen Angebot der offensiven Kreativkünstler hat Götze aber Jamal Musiala und Leroy Sané als direkte Konkurrenten vor sich.

Mario Götze: Genialer Fußballer und toller Mensch

Götze sei „ein genialer Fußballer und auch ein toller Mensch“, hatte Flick bei der Bekanntgabe des WM_Kaders gesagt und dessen „Geistesblitze“ am Ball gelobt. Eine Befürchtung, die mit der Rückkehr verbunden war, bewahrheitete sich immerhin nicht. Einen zu großen Hype, den Götze nach bewegten Jahren mit langem Leistungstief beim FC Bayern München und Borussia Dortmund gar nicht mehr mag, löste seine Berufung nicht aus. Die Katar-WM hatte und hat ganz andere Themen.

Götzes Name ist trotzdem ein Versprechen. Alles verbunden mit jenem Schuss ins Glück im Finale 2014 gegen Argentinien. Müller nannte diesen den „Götze-Moment“. Und jeder weiß, was damit gemeint ist. „Ich glaube, dass es die Chance gibt, dass er diesen Götze-Moment auch wieder bekommen kann“, sagte Müller.

Vielleicht gegen Costa Rica oder eben später im Turnier, sofern das DFB-Team die K.o.-Phase erreicht. „Mario ist gerüstet, und wir auch“, so Müller. Bis dahin ist bei Mario Götze Geduld gefragt. Aber warten kann er ja: 88 Minuten hatte es damals in Rio gedauert, bis Götze für Miroslav Klose im Endspiel gegen Argentinien eingewechselt wurde. Das entscheidende Tor schoss er 25 Minuten später. Vielleicht ist ja die Rolle des Jokers in der Nationalmannschaft goldrichtig für den Frankfurter. (skr/dpa)

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