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Kuntz über politische Statements: „Tun dem Fußball nicht gut“

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Von: Niklas Kirk

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Stefan Kuntz
Zur Zeit Auswahltrainer des türkischen Verbands: Stefan Kuntz © Tobias Hase/dpa

Der langjährige U21-Nationalcoach Stefan Kuntz kritisiert die Erwartungshaltung an Fußball-Profis. Fokus auf politische Themen würden die Leistung beeinträchtigen.

Frankfurt – Nach den politischen Debatten rund um die WM 2022 in Katar wünscht sich der frühere U-21 Nationaltrainer Stefan Kuntz eine stärkere Fokussierung auf den Fußball. „Es entstand der Druck, dass Fußballer jetzt auch Statements abgeben müssen, die nichts mit dem Fußball zu tun haben. Ob richtig oder falsch, aber dem Fußball an sich tut es nicht gut“, sagte der 60-Jährige gegenüber der dpa.

Neben den vorausgegangenen Berichten, wie etwa über die Situation von Arbeitsmigrant:innen, wurde während des Turniers viel über die „One Love“-Armbinde berichtet. Einige europäische Mannschaften wollten diese als Zeichen für Toleranz und Vielfalt tragen, unterließen dies allerdings auf Druck der FIFA. Die Fokussierung auf diese Thematik und die Erwartungshaltung an die Sportler kritisiert Kuntz.

Politische Statements bei der WM 2022 - Für Kuntz drohe Ablenkung und Leistungsbeeinträchtigung

„Ganz zum Schluss wurde dann von den Fußballern etwas erwartet, das in die Sportpolitik gehört und nicht auf den Fußballplatz.“ Denn laut Kuntz hätte es „den eigentlichen Aufruhr geben müssen, als die WM an Katar vergeben wurde“, was seiner Ansicht nach nicht passiert sei. Seine Kritik endet jedoch nicht bei der Fußball-WM. So habe es habe zuletzt bei Großveranstaltungen „viele andere Themen“ neben dem Sportlichen gegeben, was auch Politiker als Bühne nutzen würden, während etwa der Fußball darunter leide.

An den DFB richtete sich Kuntz explizit wegen der „One Love“-Armbinde. So sei es etwa Aufgabe des Trainers, dafür zu sorgen, dass es in der Mannschaft kein Thema abseits des Fußballs gebe. Ansonsten drohe Ablenkung und die Leistungen wären „beeinträchtigt“. Dennoch stellte er klar, dass es grundsätzlich richtig sei, wenn Fußballer eine Meinung hätten und sich äußerten. 

Unterdessen läuft in Deutschland die Aufarbeitung des schlechten WM-Abschneidens. Nachdem Hansi Flick das Vertrauen ausgesprochen wurde, muss die Zukunft des Managements beim DFB weiter ausgefeilt werden.

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