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Tagebuch zur WM 2022: In Doha gelandet

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Von: Jan Christian Müller

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Jan Christian Müller, Sportreporter bei der Frankfurter Rundschau, berichtet live von der WM 2022 in Katar.
Jan Christian Müller, Sportreporter bei der Frankfurter Rundschau, berichtet live von der WM 2022 in Katar. © afp/dpa/Imago/N. Bruckmann/M. Litzka (Montage)

Jan Christian Müller berichtet live von der WM 2022. In seinem Tagebuch schreibt er über die Ereignisse vor Ort.

Doha - Alles gut gegangen. Überpünktlich gelandet um vier Uhr nachts. Bis neun Uhr gewartet. Akkreditierung im gigantischen Medienzentrum in Katars Hauptstadt Doha hat geklappt. Mein ganzer Name musste hinterlegt sein, GENAU wie er auf dem Reisepass steht, sonst wäre das von den gestrengen Kataris nicht akzeptiert worden. Hiermit gebe ich also zu: Ich heiße Jan Christian Gustav Müller. Bitte keine weiteren Nachfragen.    

Der Flug mit Qatar Airways von Frankfurt nach Doha hatte ein paar Überraschungen parat. Zum Beispiel die, dass der Flieger allenfalls zu einem Fünftel gefüllt war. Freie Plätze, wo man auch hinsah. Also: Die ganz große Karawane aus Deutschland hat sich jedenfalls zum Ende dieser Woche nicht aufgemacht zur WM 2022. Immerhin waren vier Fans mit an Bord, die sich in einer Woche nicht weniger als neun Spiele anschauen wollen. Das ist möglich in Katar, weil die acht Stadien sich so nah beieinander befinden, dass der Besuch von zwei Spielen am Tag kein Problem darstellt.

WM 2022: Zwei Spiele an einem Tag kein Problem in Katar

Vier der acht Arenen haben wir am ersten Tag in Katar aus unserem Mietwagen im Vorbeifahren schon gesehen. Einerseits eindrucksvoll, andererseits der pure Irrsinn, weil bei Spielen der katarischen Stars League kaum mal mehr als tausend Leute kommen, meistens viel weniger. Die Stadien stehen also ab Weihnachten ziemlich nutzlos in der Gegend rum, wenngleich sie zurückgebaut werden sollen.

Jan Christian Müller hat seine Akkreditierung für die WM 2022 erhalten.
BildAkkredJan.jpg © Privat

Bin etwas vom Thema abgekommen, wollte euch eigentlich erzählen, dass auf den Touchscreens im Flieger von Fifa-Partner Qatar Air die WM-Finals von 1998 bis 2018 abgerufen werden konnten. In voller Länge. Ich habe mich für die Partie Brasilien gegen Deutschland aus dem Jahr 2002 entschieden. Damals in Yokohama war ich als Reporter auch schon dabei. Konnte mich aber gar nicht mehr erinnern, wie gut Carsten Ramelow gespielt hat. Bernd Schneider war klasse, Jens Jeremies als Vertreter des gesperrten Michael Ballack auch. Miro Klose dagegen hat keinen Stich gesehen, aber Mensch, wie jung der Miro damals war…

WM 2022: Schöne Erinnerungen an eine vergangene Zeit

Ich erinnere mich noch gut an den Rückflug im DFB-Sonderflieger mit der Mannschaft am Tag nach dem Endspiel aus Yokohama nach Frankfurt. Wir Journalisten haben gefeiert wie die Teufel, der Vize-Weltmeistertitel war ja viel mehr, als irgendjemand Rudi Völlers Truppe jemals zugetraut hätte. Aber weil die Feierlichkeiten irgendwann etwas zu intensiv wurden, musste der Pilot sich aus dem Cockpit melden und uns zur Ordnung rufen. Die Flugsicherheit war nämlich nicht mehr gegeben. Hab ich, glaube ich, irgendwann schon mal erzählt. 

Ähnliche Erlebnisse wird es nicht wieder geben. Auch nicht, wenn Deutschland in Katar Weltmeister werden sollte. Es gibt nämlich keinen Sonderflug, den die Medien gemeinsam mit dem Team nehmen dürfen. Nicht hin und nicht zurück. Seit Corona ist das endgültig vorbei. Und manches, fürchte ich, kommt nie wieder. Wäre schön, wenn ich mich täusche. Den zweiten Teil des Tagebuchs lesen Sie übrigens hier. (Jan Christian Müller)

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