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Qatar Airways
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Gibt es bald eine Kooperation zwischen DFB und Qatar Airways?

Partnerschaft für WM 2022

„Beschämend“: Politik warnt DFB vor Kooperation mit Qatar Airways - und übt Kritik

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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2022 steht die Weltmeisterschaft in Katar an. Seit Jahren gibt es Kritik daran. Nun sorgt der DFB offenbar für den nächsten Eklat.

Update von Montag, 12.07.2021, 13.30 Uhr: Die Bundesparteien haben den DFB fraktionsübergreifend vor einer Kooperation mit der Airline Qatar Airways gewarnt. Boris Pistorius, Sportminister in Niedersachsen, bezeichnete die Überlegungen als „beschämend“. Das sagte der SPD-Politiker zur Zeitung Welt.

Thorsten Frei, stellvertretender CSU-Fraktionsvorsitzender im Bundestag, warnte ebenfalls: „Sollte der DFB tatsächlich darüber verhandeln, sich von der Staatsfluglinie Qatar Airways sponsern zu lassen, muss sich der Verband entscheiden: Entweder ist der DFB weiter ein glaubwürdiger Kämpfer für Menschenrechte, Weltoffenheit und Toleranz, oder er bindet sich und sein Wertesystem aus finanziellen Gründen an den Staat Katar.“ Vertreter:innen der Grünen und der Linken äußerten sich ähnlich.

Kommentar

Zusammenarbeit zwischen DFB und Qatar Air wäre ein neuer Tiefpunkt

Update von Sonntag, 11.07.2021, 07.00 Uhr: Bislang hat der Deutsche Fußball-Bund noch nicht auf Veröffentlichungen rund um die Verhandlungen mit Qatar Airways reagiert. Das hat offenbar interne Gründe.

Thomas Kistner, einer der SZ-Journalisten, die den Fall öffentlich machten, vermutet dahinter finanzielles Kalkül: „Dass sich der DFB überhaupt mit einem gesellschaftspolitisch so brisanten Thema wie einer wirtschaftlichen Verbindung mit einem Staatskonzern von Katar befasst, das zeigt nach meiner Einschätzung deutlich, dass die finanzielle Gesamtsituation des DFB beunruhigend sein dürfte“, sagte er dem Deutschlandfunk.

DFB verhandelt mit Qatar Airways

Laut Kistner bleibe abzuwarten, wie die Jahresbilanz des DFB ausfallen werde: „Man darf gespannt sein, ob und wie Rot die Bilanzzahlen am Ende sind. In der Gemengelage greift man wohl zu jedem Strohhalm. Klar ist, wenn der Deal mit Qatar Airways zustande kommt, dann würden enorme Gelder in die Kassen fließen.“

Die Kritik an den Verhandlungen mit Qatar Airways bezieht sich mehrheitlich auf moralische Aspekte, da Katar wegen der Missachtung von Menschenrechten in Verruf steht. Erst im April hatte der Verband eine neue Menschenrechtserklärung verabschiedet. Dabei handelte es sich offenbar lediglich um Symbolpolitik.

Ein Flugzeug der Airline Qatar Airways startet: Sitzt bald die deutsche Nationalmannschaft an Bord?

Erstmeldung von Samstag, 10.07.2021, 07.00 Uhr: Frankfurt – Der Deutsche Fußball-Bund verhandelt offenbar mit Qatar Airways über eine Partnerschaft. Dabei handelt es sich um eines der umstrittensten aber auch bedeutendsten Unternehmen des Staates Katar, welcher im kommenden Jahr die Weltmeisterschaft ausrichtet. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung – und verweist auf Informationen aus politischen sowie wirtschaftlichen Kreisen. Demnach sind die Verhandlungen zwischen dem DFB und der Fluglinie bereits weit fortgeschritten.

Die mögliche Partnerschaft birgt enorme Sprengkraft. Katar steht seit Jahren in der Kritik: Die Missachtung von Menschenrechten wird dem Land vorgeworfen. Menschenrechtsorganisationen prangern an, dass sich die Lage zwar für Arbeitende auf WM-Baustellen seit dem Jahr 2017 teilweise verbessert habe, das jedoch lediglich 2 % der arbeitenden Bevölkerung ausmache. Ein Bericht des britischen Guardian legte zuletzt offen, dass seit der WM-Vergabe nach Katar insgesamt 6500 Menschen im Kontext von Baumaßnahmen dort ihr Leben verloren. Das betrifft insbesondere Migrantinnen und Migranten aus Nepal, Pakistan, Indien und Bangladesch. Die katarische Regierung beschwichtigt: Die Sterberate unter arbeitenden Migrant:innen liege im erwartbaren Bereich, der Bericht des Guardian sei irreführend.

WM 2022 in Katar: DFB droht Ärger wegen Airline-Partnerschaft

Neben Kritik an der menschenrechtlichen Situation in Katar steht der Korruptionsverdacht bezüglich der WM-Vergabe im Raum. Bestechung von Ex-Funktionären, verschwörerische E-Mails sowie Zahlungen über Strohfirmen in der Karibik werden von Behördenseite aufgeführt. In den USA laufen Ermittlungen gegen die FIFA und Katar.

Diese und weitere Missstände scheinen für den DFB der Partnerschaft mit Qatar Airways nicht im Weg zu stehen. Gegenüber der SZ kommentierte der Verband dies nicht, man äußere sich nicht zu Gesprächen mit Partnern. Für den Deutschen Fußball-Bund wäre eine Partnerschaft mit der Airline wohl ein PR-Desaster. Insbesondere in der Qualifikation für die WM in Katar bemühte sich der DFB um klare Positionen in puncto Menschenrechte. Vor der Partie gegen Island trug die Startelf beispielsweise mit Buchstaben bedruckte T-Shirts, welche als Gesamtbild die Worte „Human Rights“ bildeten.

Die DFB-Elf vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island.

FIFA-Sicherheitschef Spahn im Interview: „Gesundheit steht über allem“

Fifa-Sicherheitschef Helmut Spahn über die Weltmeisterschaft 2022 in Katar und die Lehren des Klub-Turniers.

Toni Kroos, der nach der EM 2021 aus der deutschen Nationalmannschaft zurücktrat, kritisierte die Zustände in Katar kürzlich. Die Vergabe der Weltmeisterschaft nach Katar sei „falsch“ gewesen, betonte er in seinem Podcast. Im Zentrum seiner Kritik stand neben den Arbeitsbedingungen die vorherrschende Homophobie im Land. „Das eine sind die Arbeitsbedingungen, aber es gibt ja auch den einen oder anderen Punkt, sage ich mal, es gibt ja nach wie vor beispielsweise, dass Homosexualität in Katar unter Strafe steht und auch verfolgt wird“, sagte Kroos. Nationalspieler Leon Goretzka hatte bei der Europameisterschaft ebenfalls ein Zeichen gegen Homophobie gesetzt.

Dass dieses Turnier dahin gegeben worden ist, das halte ich für falsch. Katar ist kein Fußball-Land in dem Sinne, wo es logisch ist, dass es eine WM gibt

Toni Kroos im Podcast „Einfach mal Luppen“

Angesprochen auf einen möglichen Boykott der WM in Katar, betonte Kroos: „Diese Frage wird zu spät diskutiert“. Ein Boykott sei nun nicht mehr zielführend. Stattdessen müsse man „auf die Probleme noch mal extrem aufmerksam“ machen.

Eine Absage der DFB-Teilnahme an der Weltmeisterschaft wird seit geraumer Zeit gefordert – beispielsweise vom Bündnis „Pro Fans“. In einer Stellungnahme heißt es: „Wir fordern den DFB auf, die Teilnahme an der WM in Katar abzusagen. Ein rauschendes Fußballfest auf den Gräbern von Tausenden Arbeitsmigranten – daran teilzuhaben, wäre das Ende von Ethik und Würde. Mit Entsetzen wenden wir uns davon ab. Fußball ist mehr als nur ein Spiel.“ (tu mit dpa/SID)

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