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Mut zu „Lücke“: Fans fordern Füllkrug

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Von: Stefan Krieger

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Im letzten Spiel der Vorrunde muss die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Costa Rica auf jeden Fall gewinnen. Die Hoffnungen liegen auf Joker Niclas Füllkrug.

Frankfurt am Main – Spielerisch ist die WM 2022 in Katar bislang sicher kein Highlight. Was an Finesse fehlt, macht die Veranstaltung allerdings durch Spannung wett. In keiner der Vorrundengruppen steht – stand jetzt – komplett fest, welche Mannschaften in das Achtelfinale einziehen werden. Nur Frankreich, Brasilien und Portugal sind bislang in der nächsten Runde. Sicher ausgeschieden sind nur Gastgeber Katar und Kanada.

Für die deutsche Mannschaft entscheidet sich am Donnerstag (1. Dezember), wie und ob es überhaupt weitergeht. Der DFB trifft in der letzten Partie der Vorrunde auf Costa Rica, wo die Mannschaft von Hansi Flick dazu verdammt ist, das erste Spiel bei dieser WM zu gewinnen. Deutschland käme mit einem Sieg gegen Costa Rica allerdings nur sicher weiter, sollte Spanien gegen Japan gewinnen. Bei einem Remis zwischen Spanien und Japan müsste Deutschland mit mindestens zwei Toren Differenz gegen Costa Rica siegen, um vor den dann punktgleichen Japanern ins Achtelfinale einzuziehen. Sicher kann man sich nur sein, wenn man mit mindestens acht Toren Vorsprung gegen Costa Rica gewinnen würde. Ein Planspiel, auf das man angesichts der Sturmmisere beim DFB besser nicht setzen sollte.

WM 2022 - Spanien - Deutschland
Steht bei den Fans hoch im Kurs: Niclas Füllkrug. © Robert Michael/dpa

WM 2022: Niclas Füllkrug findet Unterstützung

Kein Wunder also, dass die Hoffnungen der Deutschen nach dem Spiel gegen Spanien auf dem Torschützen des DFB ruhen: Niclas Füllkrug (Spitzname „Lücke“) ist der einzige echte Mittelstürmer im Aufgebot von Hansi Flick – und somit eigentlich wie geschaffen für einen Einsatz von Beginn an.

Folgerichtig also, dass sich unter anderen Lothar Matthäus für den Bremer ausspricht. Der deutsche Rekordnationalspieler wünscht sich einen Startelfeinsatz von Füllkrug gegen Costa Rica. „Er ist der, der uns vorne in der Box fehlt, das habe ich schon vorher gesagt. Gegen Costa Rica müsste er eigentlich von Anfang an spielen“, so der meinungsstarke Franke gegenüber der Springer-Presse. „Wenn man mit einem richtigen Neuner spielen will, der vorne knipst, dann ist Füllkrug die richtige Wahl.“ Kunststück, wenn sonst keiner da ist. 

Dieser Einschätzung widersprach Philipp Lahm, Weltmeister-Kapitän von 2014. Für Füllkrug spreche zwar „das Momentum“, schrieb er in seiner Kolumne für das RND, aber: „Ich persönlich würde ihn trotzdem weiter als Joker sehen, der mit der Überzeugung reinkommt, auch in kurzer Zeit zu treffen.“ Aus Sicht von Lahm haben Thomas Müller oder Kai Havertz „die höhere Qualität“.

WM 2022: Bastian Schweinsteiger spricht sich für Jokerrolle aus

ARD-Experte Bastian Schweinsteiger sieht Füllkrug auch eher in der Rolle des Einwechselspielers. Gegen Spanien habe Bundestrainer Hansi Flick „die richtige Mannschaft aufs Feld gestellt, auch mit der richtigen Taktik“. Das gelte ebenfalls für die Jokerrolle von Torschütze Niclas Füllkrug. „Ihn auf der Bank zu haben als anderes Element ist von Vorteil“, meinte Schweinsteiger.

Ganz anders sehen es die Fans des deutschen Teams. Die Stimmung unter Deutschlands Fußball-Anhängern hat sich durch das 1:1 der Nationalmannschaft gegen Spanien schlagartig zum Positiven verändert. Nach dem ersten Punkt für das Team von Bundestrainer Hansi Flick im zweiten WM-Vorrundenmatch rechneten am Montag in einer Repräsentativumfrage des SID unter über 1000 Anhängern 76,8 Prozent mit dem Einzug ins Achtelfinale.

WM 2022: Die Fans mit klarer Meinung

Niclas Füllkrug avancierte aufgrund seiner erfolgreichen Joker-Mission auch im Ansehen der Fans durch 20,1 Prozent der Stimmen zu den besten Spielern im deutschen Teams. Bessere Noten als der Stürmer von Bundesliga-Aufsteiger Werder Bremen gaben die DFB-Anhänger nur noch Jungstar Jamal Musiala vom deutschen Meister Bayern München (21,9) sowie Abwehrchef Antonio Rüdiger vom spanischen Champion Real Madrid (20,7).

Ob Hansi Flick wirklich von Anfang an auf den Torjäger der Bremer setzt, ist allerdings fraglich. Den 29-Jährigen ins Sturmzentrum zu stellen, sei „kein Allheilmittel“, sagte Flicks Assistenztrainer Marcus Sorg. Man müsse sehen, „welche Wirkung welcher Spieler zu welchem Zeitpunkt hat. Man sollte diese Wirkung nicht verlieren.“ (skr)

 

 

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