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Iraner feiert WM-Ausscheiden – und wird von Polizei erschossen

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Von: Sascha Mehr

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Proteste gegen das iranische Regime.
Proteste gegen das iranische Regime (Archivbild). © imago/(Archivbild)

Ein Iraner feierte das Ausscheiden der iranischen Nationalmannschaft bei der WM in Katar und wird von der Polizei erschossen.

Iran - Am dritten und letzten Vorrundenspieltag der WM 2022 in Katar kam es zum Duell Iran gegen die USA. Ein brisantes Duell, bei dem es um einen Platz im Achtelfinale ging. Der Iran hatte die bessere Ausgangsposition, denn ein Remis hätte gereicht, um in die K.o.-Phase einzuziehen.

Die USA waren sieglos in den ersten beiden Partien gegen Wales und England und brauchten einen Erfolg, um nicht nach der Gruppenphase nach Hause fahren zu müssen. Christian Pulisic besorgte den goldenen Treffer der Partie und schoss die USA ins Achtelfinale der WM, wo man nun auf die Niederlande trifft.

WM 2022: Iranisches Volk feiert Niederlage gegen USA

Dass der Iran bei der WM in Katar gegen Erzfeind USA ausschied, fanden nicht alle Menschen im Iran bedauerlich. Zwar gab es auch viele enttäuschte Reaktionen, zahlreiche Iraner:innen freuten sich aber über das WM-Aus der eigenen Mannschaft und jubelten nach der Niederlage gegen die Vereinigten Staaten. Hintergrund ist, dass sich viele Iraner:innen wegen des gewaltsamen Vorgehens gegen die seit zwei Monaten andauernden Proteste im Land weigern, ihre Nationalmannschaft zu unterstützen.

Mehran Samak war einer der jubelnden Iraner, der das Ausscheiden der iranischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft feierten. Das wurde ihm zum Verhängnis. Die in Oslo ansässige Menschenrechtsorganisation „Iran Human Rights“ erklärte, dass dem 27-Jährigen deshalb von Sicherheitskräften in den Kopf geschossen wurde. Das „Center for Human Rights in Iran“ mit Sitz in New York bestätigte die Meldung, dass Mehran Samak von Sicherheitskräften getötet worden sei, während er die Niederlage bei der WM feierte.

WM 2022: Iraner wird von Sicherheitskräften erschossen

Samak hatte in der Stadt Bandar Ansali am Kaspischen Meer bei spontanen Protesten gegen das iranische System hupend in seinem Auto die Niederlage gefeiert, bevor er erschossen wurde, wie die Menschenrechtsorganisationen mitteilten. Nach Angaben der iranischen Journalistin Masih Alinejad saß Samaks Verlobte neben ihm im Auto, als die Schüsse fielen.

„Der Iran ist ein Land, in dem die Menschen sehr fußballbegeistert sind. Jetzt sind sie in der Stadt Sanandaj auf den Straßen und feiern die Niederlage ihrer Fußballmannschaft gegen die USA. Sie wollen nicht, dass die Regierung den Sport nutzt, um ihr mörderisches Regime zu normalisieren“, schrieb Masih Alinejad bei Twitter.

Die Menschenrechtsorganisation CHRI veröffentlichte am Mittwoch (30. November) ein Video von der Beerdigung Samaks. Auf dem Video sind Trauernde zu hören, die „Tod dem Diktator“ riefen. Das richtet sich gegen das geistliche Oberhaupt des Irans, Ayatollah Ali Chamenei, und ist bei den Protesten im ganzen Land immer wieder zu hören. (smr/afp)

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