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WM 2022 in Katar: „Stark betrunkene“ Fans sollen an bestimmten Ort isoliert werden

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Von: Stefan Schmid

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Fans, die in Katar zu tief ins Glas geschaut haben, sollen in extra dafür vorhergesehen Bereiche gebracht werden, um dort auszunüchtern.

Doha - Der Geschäftsführer der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar, Nasser Al Khater, hat verkündet, dass Fans, die während ihres Aufenthalts im WM-Gastgeberland zu stark alkoholisiert sind, in abgesonderte Bereiche verfrachtet werden sollen. Genaueres über die Ausgestaltung dieser Bereiche ist noch nicht bekannt, berichtet auch tz.de.

WM 2022: Alkoholkonsum ohnehin stark eingeschränkt

Ob und wie es überhaupt die Möglichkeit für angereiste Fans geben wird, Alkohol in Katar zu erwerben, war lange Zeit nicht klar. Dass die Zuschauer auf den Genuss von Bier nicht verzichten müssen, ist aber mittlerweile klar und wurde zwischen Fußball-Weltverband-FIFA, dessen Sponsor Heineken wohl besonders an einer Lösung gelegen war, und den Organisatoren geklärt. So werden alkoholische Getränke am Stadiongelände im Vorfeld und im Nachgang eines Spieles und ab 18:30 Uhr im Bereich des Fanfestes in Doha ausgeschenkt. In den Stadien selbst gibt es überhaupt keinen Alkohol.

Nasser Al Khater
Der Turnier-Geschäftsführer der Fußball-WM 2022, Nasser Al Khater, bei einer Gesprächsrunde mit Journalisten. © Peter Kneffel/dpa

Abseits des Fußball-Events ist es in Katar zwar nicht vollkommen unerlaubt, Alkohol zu kaufen und zu konsumieren, beschränkt sich im alltäglichen Leben aber auf einen sehr kleinen Möglichkeits-Korridor. Nur einige Bars und Restaurants mit Sondergenehmigung dürfen alkoholhaltige Getränke verkaufen und Ausländern ab 21 Jahren ist es gestattet, mit entsprechender zu beantragender Erlaubnis, in einem Geschäft Alkohol zu erwerben.

Al Khater bestätigt Zonen für Betrunkene und fordert „unsere Kultur zu respektieren“

Obwohl während der Weltmeisterschaft die strengen Regeln des Landes etwas aufgeweicht werden, lässt Al Khater gegenüber dem britischen TV-Sender Sky News mit einer Aussage aufhorchen. Für zu stark betrunkene Fans – eine genauere Definition, was „stark betrunken“ bedeutet, blieb der Katari schuldig – soll es extra Ausnüchterungsbereiche geben. „Das ist ein Ort, an dem sichergestellt ist, dass diese Leute sicher sind und niemandem anderen schaden können“, so Al Khater. Wie diese Bereiche ausgestaltet sein werden, ist noch nicht bekannt.

Al Khater ist darum bemüht, möglichst gastfreundlich aufzutreten. Es „ist jeder willkommen und muss sich keine Sorgen machen“, so der WM-Chef, der aber einschränkend einfügt, dass er von den Fans erwartet, dass sie „unsere Kultur respektieren.“ Selbstverständlich fällt darunter normales respektvolles Verhalten, dass von jedem erwartet werden darf, aber gegen die Kultur Katars spricht unter anderem auch Homosexualität. Somit bleibt abzuwarten, welches Echo die Maßnahmen in Katar bei den Fans erzeugen. Ärger wegen des Sponsoren-Deals mit Katar steht wohl auch dem FC Bayern bald wieder ins Haus. (sch)

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