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Frankreich-Kapitän Lloris verweigert Europas Protest-Aktion bei der WM in Katar

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Von: Alexander Kaindl

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Die Diskussionen um die WM 2022 in Katar gehen weiter. Nun hat sich Frankreichs Kapitän Hugo Lloris entschlossen, sich an einer UEFA-Aktion nicht zu beteiligen.

Paris - Die WM 2022 rückt immer näher, am 20. November beginnt das umstrittene Turnier in Katar. Mit dabei ist natürlich einer der großen Favoriten: Titelverteidiger Frankreich. Dessen Kapitän Hugo Lloris sorgte nun für Aufregung, wie tz.de berichtet.

Hugo Hadrien Dominique Lloris
Geboren: 26. Dezember 1986 (Alter: 35 Jahre), Nizza, Frankreich
Torhüter
Vertrag bei Tottenham Hotspur bis: 30.06.2024
Marktwert: 7 Millionen Euro

UEFA-Protestaktion mit „One-Love“-Binde

Was war passiert? Im September hatte der europäische Fußballverband (UEFA) eine Aktion gestartet, um mit der „One-Love“-Binde gegen sämtliche Formen der Diskriminierung aufmerksam zu machen. Die Kapitäne aller Verbände waren dazu aufgerufen worden, bei den Länderspielen fortan diese Kapitänsbinde zu tragen.

Raphaël Varane, der die Franzosen in Lloris Abwesenheit auf das Spielfeld geführt hatte, kam dieser Bitte nach. Lloris selbst will dieses Zeichen bei der Weltmeisterschaft (Spielplan zur WM 2022) aber nicht setzen.

Frankreich-Kapitän Lloris verweigert Europas Protest-Aktion bei der WM in Katar

Der Torhüter von Tottenham Hotspur wurde in der letzten Presskonferenz vor der Abreise in den Wüstenstaat gefragt, ob er die Binde tragen werde.

Seine Antwort: „Wenn wir in Frankreich Ausländer willkommen heißen, wollen wir oft, dass sie sich an unsere Regeln halten und unsere Kultur respektieren – und ich werde dasselbe tun, wenn ich nach Katar gehe. Ob ich mit ihren Ideen einverstanden bin oder nicht, dem muss ich Respekt entgegenbringen.“

Frankreich-Kapitän Hugo Lloris will bei der WM 2022 keine Regenbogenbinde tragen.
Frankreich-Kapitän Hugo Lloris will bei der WM 2022 keine „One-Love“-Binde tragen. © PanoramiC / Imago

Hugo Lloris will bei der WM 2022 keine „One-Love“-Binde tragen

Lloris lehnt die Binde also ab - ganz im Gegensatz zu Deutschlands Spielführer. Im tz-Interview betonte Manuel Neuer, dass er und der DFB sich positionieren werden.

Lloris‘ Entscheidung hat eine Vorgeschichte. Frankreichs Verbandspräsident Noël Le Graët hatte kürzlich im Gespräch mit der L‘Équipe betont, dass er es vorziehen würde, wenn der 35-Jährige die „One-Love“-Binde nicht tragen würde. Das Stichwort war „Respekt“. Diesen wollen die Franzosen dem Gastgeberland entgegenbringen, wie auch Lloris‘ PK-Statement noch einmal verdeutlichte.

Frankreich beteiligt sich nicht an UEFA-Aktion: Lloris will persönliche Meinung von Situation trennen

Immerhin: Die französische Nummer eins deutete auch an, seine persönliche Meinung von der Situation trennen zu wollen. Und Lloris kündigte außerdem an, dass der Weltmeister in einer anderen Form seine Protest-Stimmung zeigen wolle.

Der Keeper hat in seiner Karriere weit über 700 Profispiele für Nizza, Lyon und Tottenham bestritten. Dazu kommen noch 139 Einsätze für die französische Nationalmannschaft, wo er seit 2009 die unangefochtene Nummer eins und seit 2011 Kapitän ist. Das Turnier in Katar ist seine vierte WM (WM 2022 live im TV). (akl)

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