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WM 2022: Flick sieht ihn nicht – Nagelsmann erkennt „Weltklasse“

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Von: Christoph Klaucke

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Julian Nagelsmann und Hansi Flick im Austausch.
Julian Nagelsmann und Hansi Flick im Austausch. © Bernd Feil/M.i.S.

Grischa Prömel könnte kurz vor der WM 2022 einen Anruf von Hansi Flick erhalten. Sein Ex-Trainer Julian Nagelsmann erkannte schon in der Jugend „Weltklasse“.

Sinsheim – Die WM 2022 wirft ihre Schatten voraus. Der Kampf um die Kaderplätze in der deutschen Nationalmannschaft nimmt Fahrt auf. Doch vor diesem Turnier ist eine Sache grundsätzlich anders: Die Weltmeisterschaft findet wegen der klimatischen Bedingungen in Katar im Winter statt. Für die Spieler bedeutet das deutlich weniger Zeit in der laufenden Saison, um sich für eine Nominierung bei Bundestrainer Hansi Flick zu empfehlen.

Trotzdem könnte es auch in dieser WM-Saison eine Überraschung im Kader des DFB-Teams geben. Kurzer Rückblick: Bei der WM 2006 schafften es mit David Odonkor und bei der WM 2014 mit Christoph Kramer zwei Spieler, die niemand auf der Rechnung hatte, noch in den WM-Kader. Dieses Kunststück könnte in diesem Jahr auch Grischa Prömel von der TSG Hoffenheim gelingen. Sogar Julian Nagelsmann ist voll des Lobes – hört Flick zu?

Grische Prömel
Geboren: 9. Januar 1995 (Alter 27 Jahre), Bad Cannstatt, Stuttgart
Position: Zentrales Mittelfeld
Verein: TSG 1899 Hoffenheim
Nationalmannschaft: 3 U21-Länderspiele; Silber bei Olympia 2016

WM 2022: Grischa Prömel will in Flicks Kader und schwärmt von Nagelsmann

Prömel spielt seit dieser Saison wieder bei der TSG Hoffenheim, wo er einst seine ersten Schritte unternahm. In den vergangenen Jahren stellte er seine Klasse bei Union Berlin unter Beweis. Nun könnte im Alter von 27 Jahren das Debüt in der deutschen Nationalmannschaft folgen und somit auch eine Nominierung für die WM 2022.

Prömel wurde in der U19 der Stuttgarter Kickers vom damaligen Jung-Trainer Nagelsmann, heute Coach beim FC Bayern München, entdeckt und wechselte im Sommer 2013 zur TSG Hoffenheim. In der folgenden Saison gewannen Prömel und Nagelsmann gemeinsam die deutsche A-Jugendmeisterschaft.

„Er war ganz entscheidend für meine weitere Entwicklung“, schwärmte Grischa Prömel bei SWR Sport noch heute von seinem damaligen Jugendtrainer im Kraichgau, „er hat mir beigebracht, was es heißt, Profi zu sein. Er war sozusagen mein Karriere-Starter“.

WM 2022: Grischa Prömel vor DFB-Debüt? Nagelsmann erkannte in der Jugend „Weltklasse“

So berichtet der aktuelle FCB-Trainer über seine Zeit mit Prömel in der Jugend der TSG. „Wir haben entweder den Ball gewonnen oder gefoult. Das war total geil als Trainer. Keine bösen Fouls, aber Grischa Prömel war da Weltklasse in dem Stilmittel“, erinnerte sich Nagelsmann auf der PK vor dem Spiel bei Union Berlin und zog einen Vergleich zur Spielweise des Gegners. Doch Prömel ist nicht nur „Weltklasse“ im Ballerobern und cleveren Foulen, sondern hat noch andere Qualitäten.

Grischa Prömel absolvierte bereits Länderspiele für die deutsche U21.
Grischa Prömel absolvierte bereits Länderspiele für die deutsche U21. © Imago

Als sogenannter Box-to-Box-Spieler im Mittelfeld zwischen den Strafräumen ist Prömel einer der laufstärksten Spieler der Bundesliga – kein schlechtes Argument im eng getakteten WM-Spielplan mit wenig Vorbereitungszeit. Zudem entfacht der gebürtige Stuttgarter neuerdings auch Torgefahr. In der Vorsaison erzielte Prömel acht Bundesligatore für Union Berlin.

WM 2022: Grischa Prömel wartet auf Flicks Anruf

Das DFB-Trikot trug Prömel bereits, allerdings nur in den Jugend-Nationalmannschaften. Für die U20 und U21 kam er auf insgesamt 18 Einsätze. Bei Olympia in Rio 2016 machte Prömel vier Spiele und holte die Silbermedaille. Folgt jetzt der Anruf von Flick und die Nominierung für die WM 2022?

„Wer träumt da nicht davon, sein Land zu vertreten“, meinte Grischa Prömel und erklärte ganz bescheiden, „aber Deutschland hat eine brutal starke Mannschaft mit viel Potenzial im Zentrum. Mir bleibt nichts anderes übrig, als im Verein gute Leistungen abzurufen. Dann lasse ich mich mal überraschen“. Träumen darf trotz des topbesetzen Mittelfelds im DFB-Team um Joshua Kimmich, Leon Goeretzka und Ilkay Gündogan aber erlaubt sein. Denn ein Mittelfeldkämpfer wie Prömel, der seine Stärken auch in der Defensive hat, fehlt der deutschen Mannschaft noch. Der Kampf um die WM-Plätze hat längst begonnen, Flick hat erste Plätze im Kader schon vergeben. (ck)

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