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WM 2022: Ex-Fifa-Chef übt scharfe Kritik – „Wahl von Katar war ein Irrtum“

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Von: Melanie Gottschalk

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2010 verkündete der damalige Fifa-Präsident Sepp Blatter die Vergabe der WM 2022 nach Katar.
2010 verkündete der damalige Fifa-Präsident Sepp Blatter die Vergabe der WM 2022 nach Katar. © Ulmer/imago

Wahrscheinlich war eine WM noch nie so umstritten, wie die in Katar. Auch Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter findet deutliche Worte. 

Frankfurt - In zwölf Tagen beginnt die WM 2022 in, Katar. Doch statt Vorfreude auf das größte Fußball-Turnier der Welt gibt es viel Kritik – und zwar bereits seit 2010, als das Emirat als Austragungsort bekannt gegeben wurde. Menschenrechtsorganisationen schlagen aufgrund des Umgangs mit migrantischen Arbeiterinnen und Arbeitern Alarm, Fußball-Fans fordern Mannschaften immer wieder zum Boykott des Turniers auf.

Kurz vor dem Eröffnungsspiel der WM 2022 zwischen Gastgeber Katar und Ecuador hat sich nun auch der ehemalige Fifa-Präsident Sepp Blatter zur Vergabe des Turniers an das Emirat geäußert. „Die Wahl von Katar war ein Irrtum. Es ist ein zu kleines Land – der Fußball und die WM sind dafür zu groß“, sagte er im Tages-Anzeiger. „Die Wahl war schlecht. Und dafür trug ich als damaliger Präsident die Verantwortung.“ Blatter selbst betonte in der Vergangenheit immer wieder, er habe für die USA gestimmt.

WM 2022: Sepp Blatter schreibt Ex-Uefa-Boss Schuld zu

Denn ursprünglich hatte es bei der Fifa Überlegungen gegeben, die WM 2018 an Russland und die WM 2022 an die USA zu vergeben. „Es wäre eine Geste des Friedens gewesen, wenn die beiden politischen Kontrahenten nacheinander die WM ausgetragen hätten“, betonte Blatter im Tages-Anzeiger. Doch dann grätschte Katar dazwischen und bekam am Ende auch den Zuschlag. Die USA wird nun die WM 2026 gemeinsam mit Kanada und Mexiko austragen.

Dass es überhaupt dazu kommen konnte, dass Katar die WM 2022 austrägt, ist Blatters Meinung nach vor allem Michael Platini, dem Präsidenten der Uefa, zuzuschreiben. Dieser habe sich von dem damaligen französischen Regierungschef Nicolas Sarkozy dazu drängen lassen, für Katar zu stimmen, da er dorthin gute Beziehungen pflegte. Daraufhin wanderten einige weitere Länder mit ab und stimmten für das Emirat.

WM 2022: Gastgeberland Katar erneut in der Kritik

Doch die Kritik, die oftmals auch aus der Politik kommt, scheint berechtigt. Denn zwölf Tage vor dem Start der WM 2022 sorgte der offizielle Botschafter Khalid Salman mit seinen Aussagen in einem ZDF-Interview erneut für Aufruhr. Der Ex-Nationalspieler Khalid Salman sagte für die Dokumentation „Geheimsache Katar“, dass er auch „über Schwule reden“ wolle: „Das wichtigste ist doch: Jeder wird akzeptieren, dass sie hier herkommen. Aber sie werden unsere Regeln akzeptieren müssen“, erklärte der 60-Jährige.

Vor allem habe er Probleme damit, wenn Kinder Schwule sähen, ergänzte Salman. Denn diese würden dann etwas lernen, was nicht gut sei. In seinen Augen sei Schwulsein „haram“, also verboten. Doch damit nicht genug: „Es ist ein geistiger Schaden“, fügte er vor laufender Kamera hinzu. Daraufhin wurde das Interview nach Angaben des Senders abgebrochen. Die WM 2022 in Katar wird auch wegen solcher Aussagen wohl auch während des Turniers weiter in der Kritik stehen. (msb)

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