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WM 2022: Endstation Katar – für diese Trainer ist jetzt Schluss

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Von: Niklas Kirk

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Personalsorgen
Als Trainer der brasilianischen Auswahl zurückgetreten: Tité © Tom Weller/dpa

Vier Spiele vor Ende des Turniers ist das Schicksal mehrere Teamchefs bereits besiegelt. Bei manchen geplant, bei anderen durch sportlichen Misserfolg.

Frankfurt – Bereits für acht Trainer ist vor Ende des WM-Turniers bekannt, dass ihre Zeit bei der jeweiligen Nationalmannschaft beendet ist. Anders als bei Hansi Flick, dem der DFB das Vertrauen ausspricht, sehen Trainer und Verantwortliche anderer Verbände keine Zukunft mehr für eine gemeinsame Zusammenarbeit.

Hier sehen Sie alle Fußballlehrer, deren Zeit bei der Nationalelf mit dem Turnier in Katar endet.

Trainer-Aderlass bei der WM 2022 - Für Tité „schließt sich ein Kreis“

Tité – Brasilien

2016 hatte Adenor Leonardo Bacchi, genannt Tité, die brasilianische Nationalmannschaft übernommen. Trotz des Scheiterns im Viertelfinale 2018 gegen Belgien, wurde sein Vertrag um vier Jahre verlängert. 2019 folgte sein größter Erfolg mit dem Gewinn der Copa América im eigenen Land. Trotz ihrer Überlegenheit im Spiel, schieden die Brasilianer erneut im Viertelfinale aus, diesmal gegen Kroatien. „Es ist eine schmerzhafte Niederlage, aber ich gehe in Frieden mit mir selbst. Der Kreis schließt sich.“ sagte Tité nach dem Spiel, denn sein Ende als Nationaltrainer verkündete er bereits im Februar 2022. Laut argentinischer Olé stehen Mano Menezes, Fernando Diniz und Pep Guardiola auf der Liste für seine Nachfolge.

Luis Enrique – Spanien

Furios gestartet, mit einem 7:0 gegen Costa Rica, verabschiedete sich die spanische Mannschaft ohne Tore im Elfmeterschießen gegen Überraschungsteam Marokko. Doch auch zuvor hatte die Leistung der Spanier in den Gruppenspielen gegen Deutschland und Japan sukzessive abgenommen. Spätestens mit dem Achtelfinale kam ihnen die mangelnde Effektivität im Angriff teuer zu stehen. Der spanische Verband hat Luis De La Fuente bereits am Tag nach Enruiqes Rücktritt als neuen Trainer vorgestellt. Im Gegensatz zu seiner erfolgreichen Zeit bei Barca, wo er insgesamt neun Titel in drei Jahren holte, kommt mit seinem Engagement bei der spanischen Auswahl kein neuer hinzu.

Luis Enrique
Ist nicht mehr Nationaltrainer Spaniens: Luis Enrique. © Tom Weller/dpa

Gerardo Martino – Mexiko

Der Argentinier hatte trotz Gewinn des Gold-Cups 2019 keinen leichten Stand im Land. Laut Olé wurde Martino scharf für den Verzicht auf Größen wie Chicharito Hernandez kritisiert. Nach einem Unentschieden gegen Polen und der Niederlage gegen Argentinien konnte auch der Sieg gegen Saudi-Arabien das Ausscheiden in der Gruppenphase nicht verhindern. Zu wenig für die ambitionierteste Auswahl der CONCACAF. Nach dem Ausscheiden stellte Martino klar: „Ich bin für diese Enttäuschung weitgehend verantwortlich. Mein Vertrag ist mit dem Abpfiff des Schiedsrichters ausgelaufen.“

Trainer-Aderlass bei der WM 2022 - Belgiens goldene Generation für immer unvollendet?

Louis van Gaal – Niederlande

Bereits ein drittes Mal setzte sich der Erfolgscoach mit 71 Jahren auf die Bank der „Oranje“. Nach dem EM-Aus übernahm er für Frank de Boer in der Absicht, die Mannschaft auch nur während dieser WM betreuen zu wollen. Wie auch bei seiner zweiten Amtszeit während der WM in Brasilien, scheiterte sein Team im Elfmeterschießen, der Gegner damals, wie auch 2022: Argentinien

Roberto Martínez – Belgien

Als Roberto Martínez die belgische Auswahl 2016 übernahm, sollte er eine vielversprechende Generation zu einem Titel führen. Sie verblieb jedoch – als „running gag“ eines jeden Turniers – als Geheimfavorit. Angefangen mit Selbstzweifeln im Team, dass man „zu alt“ sei, endete das Turnier in der Gruppenphase hinter Marokko und Kroatien, wo man das direkte Duell mit Kroatien trotz bester Chancen nicht gewinnen konnte. Kurz darauf folgte Martínez´ Rücktritt, dessen größter Erfolg der dritte Platz bei der WM 2018 bleiben wird. Als Nachfolger wird Thierry Henry gehandelt.

Paulo Bento – Südkorea

Der Portugiese, der seit 2018 Südkorea trainierte, hatte mit dem Erreichen des Achtelfinales die sportlichen Vorgaben erreicht. Doch auch bei ihm war das Ende mit der Weltmeisterschaft schon vorher beschlossen. „Wir können stolz auf das sein, was wir in der Gruppenphase und bei diesem Turnier erreicht haben. Und ich bin stolz, dass ich Trainer dieser Mannschaft war“, konstatierte Bento.

Trainer-Aderlass bei der WM 2022 - Otto Addo kehrt zum BVB zurück

Otto Addo - Ghana

Der frühere Spieler von Hannover 96 und Borussia Dortmund, war vom BVB, wo er hauptamtlich beschäftigt ist, für das Engagement bei den „Black Stars“ freigestellt worden. Diese schieden in Anbetracht der Niederlage gegen Portugal (2:3), sowie einem Sieg gegen Südkorea (3:2) und einer weiteren Niederlage gegen Uruguay (0:2), verhältnismäßig unglücklich aus. Auch wenn der Job als „Talente-Trainer“ beim BVB jetzt Priorität genießt, schließt Addo ein weiteres Kapitel beim ghanaischen Verband nicht aus.

Carlos Queiroz – Iran

Nach einer langen ersten Etappe von 2011 bis 2019, war dies bereits die zweite Amtszeit von Queiroz beim Iran. Beinahe erreichte die Auswahl das Achtelfinale, unterlagen jedoch im entscheidenden Spiel den USA knapp mit 0:1. Laut argentinischer Olé richtete sich der als impulsiv geltende Trainer mit folgenden Worten an das Team: „Es gibt keine moralischen Siege im Fußball, aber es ist auch nichts Unmoralisches daran, seine Träume nicht zu verwirklicht zu haben, wenn man sein Bestes gegeben hat, mit ganzem Herzen und einer mutigen Siegermentalität“

Unterdessen läuft in Deutschland die Aufarbeitung des schlechten WM-Abschneidens. Nachdem Hansi Flick das Vertrauen ausgesprochen wurde, muss die Zukunft des Managements beim DFB weiter ausgefeilt werden. (nki)

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