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Eklat um „One Love“-Binde: „Packt‘s zam und kommt‘s nach Hause“ – Olympiasieger mit Appell an DFB-Stars

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Von: Florian Schimak

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Die Fußball-WM ist bereits am zweiten Tag zu einer brisanten politischen Veranstaltung geworden. Das Verbot der „One Love“-Binde durch die FIFA bringt einen Olympiasieger zur Weißglut.

München/Doha - Bei der WM 2022 in Katar war lange vorher klar, dass nicht nur der Fußball im Vordergrund steht. Dass es allerdings bereits am zweiten Tag zum Eklat kommt, damit war nicht unbedingt zu rechnen. Auch tz.de berichtete darüber.

Turnier: Fußball-WM 2022
Austragungsort: Katar
Teilnehmende Mannschaften: 32
Stadion des Eröffnungsspiels: Al-Bayt Stadium (Al-Khor) - 67.372
Stadion des WM-Finals: Lusail Iconic Stadium (Lusail)

WM 2022: Verbot der „One Love“-Binde? Katar wird als Sieger gefeiert

Das Verbot der „One Love“-Binde durch die FIFA und das damit verbundene Einknicken der sieben Verbände löste weltweit Reaktionen hervor. Während in Europa die Empörung auf vielen Seiten groß ist und vor allem gegen den Fußball-Weltverband geschossen wird, gilt die Aktion in den arabischen sozialen Netzwerken als „heldenhafter Sieg“ von Katar „über den westlichen Zwang“, wie ZDF-Reporterin Golineh Atai in den heute-Nachrichten schildert.

Manuel Neuer wird bei der WM 2022 seine Kapitänsbinde ändern müssen.
Manuel Neuer wird bei der WM 2022 seine Kapitänsbinde ändern müssen. © IMAGO / Laci Perenyi

DFB-Manager Oliver Bierhoff fand nach dem Einschreiten der FIFA am Montagmittag klare Worte: „Es fühlt sich stark nach Zensur an“, so der EM-Held von 1996. Allerdings muss sich der DFB und die restlichen Verbände aus England, Wales, den Niederlanden und Co. hinterfragen, warum sie der FIFA-Drohung nachgaben, anstatt wirklich ein Zeichen zu setzen.

WM 2022: Eklat um „One Love“-Binde – Olympiasieger fordert Abreise der DFB-Stars

Richtig drastisch reagierte ein Sport-Held aus Deutschland. Der dreimalige Rodel-Olympiasieger Felix Loch hat das DFB-Team nach der Eskalation der Diskussion um die „One Love“-Kapitänsbinde zur Abreise von der WM in Katar aufgefordert. „Wir alle lieben den Fußball – unsere Freiheit, Demokratie und Menschenrechte aber mehr! Packt‘s zam und kommt‘s nach Hause!“, twitterte der 33-Jährige. 

In einem weiteren Tweet stellte Loch klar, dass die Aufforderung in bayerischem Idiom wohl durchaus ernst gemeint war. „Ja, ich bin auch in Peking und Sotschi gestartet“, schrieb Loch: „Olympia in demokratischen Ländern wäre uns Sportlern allen lieber gewesen! Aber die (Welt-)Lage hat sich aus meiner Sicht verändert. Wir müssen jetzt viel mehr als vorher für unsere Rechte aufstehen! Das hab ich in diesem Jahr gelernt!“

WM 2022: FIFA drohte mit Sanktionen gegen „One Love“-Binde

Die FIFA wollte die sieben an der symbolträchtigen Kampagne beteiligten Verbände (darunter eben Deutschland) sportlich sanktionieren – wenn diese das „Eine Liebe“-Zeichen in die Welt schicken würden. Daraufhin erklärten alle sieben den Verzicht, darunter auch der DFB.

Welche Binde nun Manuel Neuer am Mittwoch beim Auftaktmatch der Deutschen gegen Japan (14 Uhr) tragen wird, steht bislang noch nicht fest. Im Spiel England gegen Iran trug Harry Kane eine FIFA-Binde mit der Aufschrift „No Discrimination – Keine Diskriminierung“.

„One Love“-Binde? FIFA bietet „No Discrimination“-Binde an

Diese sollte ursprünglich erst ab dem Viertelfinale zum Einsatz kommen. Aufgrund der hohen Wellen, die das Verbot der FIFA trug, kam die Binde nun vorzeitig zum Einsatz. Die „No Discrimination“-Binde entspreche dem Ausrüstungsreglement, betonte die FIFA.

Vor dem Anpfiff der Partie zwischen England und dem Iran sorgten die iranischen Spieler für ein Statement. Alle elf Spieler schwiegen bei der Hymne, woraufhin die iranische TV-Übertragung unterbrochen wurde. (smk/dpa)

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