1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

WM 2022: Disziplinarverfahren gegen Ecuador wegen homophober Gesänge

Erstellt:

Von: Melanie Gottschalk

Kommentare

Die Fans aus Ecuador sollen beim Eröffnungsspiel der WM 2022 negativ aufgefallen sein.
Die Fans aus Ecuador sollen beim Eröffnungsspiel der WM 2022 negativ aufgefallen sein. © Ayman Aref/imago

Beim Eröffnungsspiel der WM 2022 fallen die Fans aus Ecuador negativ auf. Nun hat die FIFA ein Verfahren gegen den Verband eingeleitet. 

Doha - Die WM 2022 startet am Mittwoch (23. November) mit dem Spiel zwischen Marokko und Kroatien in den vierten Tag. Schon vor dem Turnier gab es viel Kritik, die auch nach Beginn nicht abreißen will. Das Sportliche rückt aufgrund von Eklats und Skandalen immer wieder in den Hintergrund, zuletzt bei der deutschen Nationalmannschaft. Der Grund: Am Montag verbat die FIFA kurzfristig die „One Love“-Binde und drohte im Falle des Widersetzens mit undefinierten „sportlichen Konsequenzen“. Nur eines von vielen Beispielen.

Die FIFA soll dieser Tage auch ein Disziplinarverfahren gegen den ecuadorianischen Fußball-Verband eröffnet haben. Anhänger:innen der Südamerikaner sorgten während des Eröffnungsspiels der WM 2022 gegen Gastgeber Katar (2:0) am Sonntag (20. November) mit offenbar homophoben Liedern über Chile für den nächsten Eklat.

WM 2022: Ecuador muss nach homophoben Fan-Gesängen mit Strafe rechnen

Genaue Angaben zu den Gesängen machte die FIFA zwar nicht, gab aber an, sich auf Artikel 13 seines Disziplinargesetzes zu stützen, der die „Beleidigung der Würde oder Integrität eines Landes, einer Person oder einer Gruppe durch verächtliche, diskriminierende oder beleidigende Worte“ unter Strafe stellt. Ecuador könnte damit eine Geldstrafe und ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit drohen.

Zu den Fan-Gesängen kam es offenbar, weil Chile und Peru vor der WM 2022 gegen Ecuadors Teilnahme an dem Turnier geklagt hatten. Der Grund sind Zweifel an der Staatszugehörigkeit des Spielers Byron Castillo. Er war während der Qualifikation eingesetzt worden, ist aber laut Angaben von Chile und Peru in Kolumbien geboren. Damit hätte er nicht für Ecuador spielen dürfen.

WM 2022: Streit um Staatszugehörigkeit von Byron Castillo

Nach langem Hin und Her scheiterten Chile und Peru aber vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS. Castillo und Ecuador erhielten die Spielerlaubnis, wegen falscher Angaben zu Geburtsdatum und -ort des Außenverteidigers werden dem nationalen Verband FEF in der nächsten WM-Qualifikation aber drei Punkte abgezogen. Dazu musste Ecuador eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Schweizer Franken zahlen. Castillo wurde letztlich nicht nominiert, die Angelegenheit war beim Eröffnungsspiel der WM 2022 aber offenbar der Anlass für die Gesänge. (msb/sid)

Auch interessant

Kommentare