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Fan trägt Regenbogen-Socken – und darf nicht ins Stadion

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Von: Sascha Mehr

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Regenbogensocken sind in Katar offenbar nicht erwünscht.
Regenbogensocken sind in Katar offenbar nicht erwünscht. © IMAGO/Alessio De Marco / ipa-agency.ne

Ein Fan aus Dänemark will ins Stadion, die Polizei verwehrt ihm aber den Eintritt, weil der Mann Regenbogensocken trägt.

Katar – Die WM 2022 ist in vollem Gange, doch nie drehte es sich bei einem solch großen Turnier weniger um den Sport. Große Diskussionen kamen beispielsweise auf, als die FIFA die „One Love“-Kapitänsbinde verbot, die die Kapitäne mehrerer Verbände tragen wollten, unter anderem Manuel Neuer von der deutschen Nationalmannschaft. Fachleute und Publikum sind erschüttert über den Weltfußballverband, die Proteste in Katar werden weitergehen.

WM 2022: Zahlreiche Fans protestieren vor Ort

Die WM in Katar wird von vielen Menschen boykottiert, trotzdem sind auch zahlreiche Fans aus aller Welt in den Wüstenstaat gereist, um die Spiele ihrer Mannschaft zu sehen und sich weiteren attraktiven Fußball anzuschauen. Es gibt nicht wenige Anhänger, die vor Ort mit kleinen Gesten gegen die Menschenrechtslage in Katar protestieren. Das wird aber alles andere als gerne gesehen.

Ein dänischer Fan wollte sich am Montag (21. November) das Spiel in der Gruppe B zwischen den USA und Wales anschauen. Das Spiel fand um 20.00 Uhr im Ahmed Bin Ali Stadium statt, doch der Mann durfte das Stadion nicht betreten. Der Grund ist, dass der Däne mit Regenbogensocken und „One Love“-Binde in die Arena wollte. Die Sicherheitskräfte gewährten ihm deshalb keinen Zutritt und wiesen ihn ab, wie der dänische Journalist Rasmus Tanholdt auf Twitter berichtet.

WM 2022: US-Journalist wird festgenommen

Ähnlich erging es dem US-Fußballjournalisten Grant Wahl. Er sagte, dass er von Sicherheitskräften festgenommen worden sei, nachdem er beim Auftaktspiel der USA gegen Wales ein Regenbogentrikot getragen hatte. Wahl, der für CBS Sports arbeitet und eine Kolumne schreibt, trug das Shirt als Zeichen der Solidarität mit der LGBTQ+-Community zum Spiel im Ahmad-bin-Ali-Stadion in Katar, wie The Guardian berichtet.

Wahl sagte, ein Wachmann teilte ihm mit, dass das Shirt nicht erlaubt sei. Als er darüber twittern wollte, riss ihm der Wachmann das Smartphone gewaltsam aus der Hand. Der US-Journalist wurde 25 Minuten festgehalten und aufgefordert, sein Shirt auszuziehen, dass die Sicherheitsleute als politisch bezeichneten.

„Dann kam ein Sicherheitskommandant auf mich zu. Er sagte, sie würden mich ins Stadion lassen und entschuldigte sich bei mir. Wir gaben uns die Hand. Einer der Wachleute meinte zu mir, sie versuchten nur, mich vor Fans im Haus zu schützen, die mir Schaden zufügen könnten, weil ich das Shirt trage. Ein Fifa-Vertreter entschuldigte sich später auch bei mir“, schrieb Wahl später in seiner Kolumne.

Unterdessen reisen Fans aus aller Welt zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Katar, doch vor Ort gibt es viel zu wenige Unterkünfte für die Touristen.

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