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Wir sind dann mal weg

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Von: Jan Christian Müller

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Gut abgeschirmt ist halb gewonnen: Hier, im Al-Shamal-Stadion, trainiert das deutsche Team. afp
Gut abgeschirmt ist halb gewonnen: Hier, im Al-Shamal-Stadion, trainiert das deutsche Team. afp © afp

Das deutsche Team ist abgeschottet im Wellness-Refugium: Security am Strand, Security an der Einfallsstraße, Security beim Training. „Es ist kein Wunschkonzert“, sagt Oliver Bierhoff.

Gerade so schön eingelebt, muss das bequeme Resort am Meer schon wieder verlassen werden, wenn auch nur für eine Nacht. An diesem Dienstag macht sich der gewaltige Reisetross des Deutschen Fußball-Bundes aus dem Norden von Katar auf in die Metropole nach Doha. Denn dort findet am Mittwoch (14 Uhr/ARD) das Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan statt. Im Khalifa International Stadion, 1976 bereits eingeweiht, der einzigen WM-Arena, die nicht neu gebaut wurde, sondern nur zum soundsovielten Mal renoviert werden musste. In der Hauptstadt wollen sich die Deutschen so kurz wie nur eben möglich aufhalten. Zu voll, zu laut, zu wenig frische Luft. Keine Tischtennisplatte, kein Court zum Paddletennis, kein Outdoorpool ohne fremdes Publikum. Kein Basketballfeld für Leroy Sané in der Nähe.

Doch die Vorgaben der Fifa machen es notwendig, für eine Nacht die Herberge zu wechseln. Der Weltverband will nicht, dass eine Mannschaft noch am Spieltag über eine Strecke von 110 Kilometern anreisen muss. Was tun, wenn der Bus dreieinhalb Stunden vor Anpfiff mitten in der Wüste eine Panne erleidet? Auch dem Organisationsteam des DFB wäre eine Omnibusfahrt von fast anderthalb Stunden am Spieltag zu weit. Die Spieler sollen frisch und ausgeschlafen ans Tagwerk gehen können.

Sie haben nun vier Tage Zulal Wellness Resort verbracht, der größten Wellness-Destination der arabischen Welt. Ein Goldener Käfig. Sie kommen aus ihrem Refugium nicht einfach mal so hinaus, ohne dass es jemand merken würde. Die Frauen wohnen 30 Kilometer entfernt. Heimlich mit der Liebsten treffen? Null Chance! „Auch wir und die Spieler müssen Kontrollen durchlaufen, um unser Quartier verlassen zu können“, berichtet Manager Oliver Bierhoff leicht genervt. Das erfordern die Sicherheitsbestimmungen, die die Fifa als verantwortlicher Veranstalter aufgestellt hat, um die Teams bestmöglich zu schützen. Selbst wenn es drumherum nur Wüste und Meer gibt.

Security am Strand, Security an der einzigen Einfallsstraße, Security am Trainingsstadion, Security am Medienzentrum. „Es ist alles kein Wunschkonzert“, weiß Bierhoff, der keine langen Wege mag. „Es wäre schöner gewesen, wenn wir ein Hotel am Stadtrand gefunden hätten, dann könnte man auch mal kurz nach Doha rein.“ Wobei dort in der Tat ein Trubel herrscht, der freies Geleit unmöglich macht. Die Deutschen haben es also gut getroffen mit ihrer Wahl für die Einöde. Bierhoff erklärt fast entschuldigend: „So, wie unser Hotel abgeschirmt ist, das ist keine Maßgabe von uns.“ Aber es ist wohl unvermeidbar in diesen Zeiten. Auch am gefühlten Ende der Welt.

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