Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Auf jeder Position sind die Bleus weltklasse besetzt“, sagt Ex-Torwart Fabien Barthez.
+
„Auf jeder Position sind die Bleus weltklasse besetzt“, sagt Ex-Torwart Fabien Barthez.

Interview mit Startorwart Fabien Barthez

„Wir können uns nur selbst schlagen“

Ex-Nationaltorwart Fabien Barthez über das Spiel seiner Franzosen gegen die DFB-Elf.

Monsieur Barthez, was erwarten Sie von der EM?

Ich bin auf dieses Turnier sehr gespannt, vor allem in dieser Pandemie-Zeit.

Wie fit werden die Mannschaften sein?

Man hat ja zum Beispiel bei den Positivfällen in der spanischen und schwedischen Nationalmannschaft gesehen, dass die Vorbereitung auf diese EM erheblich erschwert werden kann. Die meisten Beobachter und Experten sehen Frankreich als Top-Favoriten. Ich sehe es ähnlich, auch wenn es weitere Nationen gibt, die über großes Potenzial verfügen. Dabei denke ich an England, das gespickt ist mit zahlreiche Talenten, vor allem im Offensiv-Bereich. Auch Belgien, Portugal, Italien und Deutschland werden ein Wort um den Pokal mitreden.

Die Tricolore startet gegen die DFB-Elf.

Es ist schon ein komisches Gefühl, dass die vergangenen zwei Weltmeister gleich bei ihrem ersten Spiel im Turnier aufeinandertreffen. Umso spannender wird dieser Knaller. Alle Spieler kennen sich aus der Champions League, aber auch, weil viele französische und deutsche Nationalspieler beim FC Bayern unter Vertrag stehen. Es wird ein taktisch geprägtes Spiel. Stand heute scheinen die Franzosen in besserer Form zu sein, sie strotzen vor Selbstbewusstsein, aber die Deutschen wollen gerade vor heimischer Kulisse die Erwartungen erfüllen. Auch, um sich nach dem schnellen Aus bei der letzten WM zu rehabilitieren und ihrem Bundestrainer einen würdigen Abschied zu bereiten. Ich erwarte eine ausgeglichene Partie.

Zur Person

Fabien Barthez war einer der großen Helden, als Frankreich 1998 Welt- und 2000 Europameister wurde. Nach seiner letzten Station beim FC Nantes beendete der in zwei Wochen 50 Jahre alt werdende frühere Startorwart seine Karriere. Das war 2007. Seitdem wohnt der ehemalige Keeper von Manchester United (2000 – 2003) in der Nähe von Toulouse und verbringt viel Zeit mit seiner größten Leidenschaft: Rennen fahren, wie etwa 2015 bei den 24 Stunden von Le Mans.

Welchen Eindruck haben die Franzosen von der deutschen Elf?

Die Deutschen sind ja seit mehreren Jahrzehnten als Turnier-Mannschaft bekannt. Sie haben stets die Gabe, sich auf solche Turniere zu fokussieren und auf den Punkt sowohl fit als auch mental stark zu sein. Natürlich gab es das frühe Aus bei der WM in Russland, aber wenn man einen Blick auf die Geschichte wirft, kam die DFB-Elf nur selten nicht mindestens ins Halbfinale. Diese Konstanz auf höchsten Niveau ist beeindruckend, und zwar von einer Generation zur nächsten. Dass der Trainer seit so vielen Jahren derselbe ist, spricht für Kontinuität und Konstanz.

Wo liegen Frankreichs Stärken?

Ich freue mich insbesondere auf das Offensiv-Trio mit Mbappé, Benzema und Griezmann, das extrem viel verspricht. Auf der Bank hält Deschamps noch einige Top-Waffen parat, die jederzeit für den Unterschied sorgen können wie Olivier Giroud, Marcus Thuram oder Kingsley Coman. Auch Ousmane Dembélé kann durch seine Geschwindigkeit, seine Dribblings und sein Tempo für viel Wirbel im gegnerischen Sechzehner sorgen. Ihre Unberechenbarkeit macht diese Mannschaft wahnsinnig gefährlich. Sie kann sich auch jederzeit dem Gegner anpassen und mitten im Spiel ihr System ändern.

Gibt es auch Schwächen?

Die werde ich Ihnen sicherlich nicht verraten (lacht). Ernsthaft: Vom Potenzial her kann sich diese top-besetzte Mannschaft nur selbst schlagen. Auf jeder Position sind die Bleus weltklasse besetzt, das ist Fakt. In der Vergangenheit wurde Frankreich vor wichtigen Turnieren oft gelobt und als absoluter Top-Favorit angesehen, doch dann gab es Blamagen wie etwa bei der WM 2002. Es kann natürlich jederzeit der Fall eintreten, dass die Tricolore ihren Gegner unterschätzt – mit Deschamps auf der Bank, der für Bescheidenheit, Respekt und Besonnenheit steht, ist die Gefahr aber gering.

Was macht Deschamps besonders?

Wie Joachim Löw schreibt er Geschichte. Er hat in den vergangenen Jahren für Kontinuität gesorgt und eine erfolgshungrige Mannschaft geformt. Von Turnier zu Turnier hat sich Frankreich gesteigert. Bei der WM 2014 ist man im Viertelfinale an der DFB-Elf verdient gescheitert, da war man noch nicht reif genug. Deschamps hat daraus die richtigen Lehren gezogen, sodass die Revanche 2016 im EM-Halbfinale gelang und zwei Jahre der verdiente WM-Titel folgte. Trotz des Triumphes sorgt Didier immer wieder für Ruhe und hält seine Spieler auf dem Boden. So war er bereits als Spieler. Er hat sich nicht verändert.

Interview: Alexis Menuge

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare