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Willkommen im Niemandsland

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Von: Jan Christian Müller

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Leben wie Gott in Kattar: Poolbereich des deutschen WM-Herberge.
Leben wie Gott in Katar: Poolbereich des deutschen WM-Herberge. © DFB

DFB-Team bezieht WM-Quartier zwischen Wüste und Meer im äußersten Norden des Scheichtums. Und hat Riesenglück bei der Auslosung.

Vorbild Campo Bahia, damals, beim Triumph in Brasilien: Wie schon beim WM-Sieg 2014 wird die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auch für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar ein Quartier in maximaler Abgeschiedenheit beziehen. Das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Mittwoch wie erwartet offiziell bekannt. Um das etwas mehr als hundert Kilometer nördlich der Hauptstadt Doha gelegene „Zulal Wellness Resort“ herum gibt es kilometerweit nur Wüste - und einen in wenigen Fahrminuten erreichbaren, bestens gepflegten Fußballplatz im Stadion des katarischen Erstligisten Al-Shamal SC.

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Oliver Bierhoff ist sehr zufrieden

Die abseits gelegene Nobel-Herberge ist als WM-Basecamp der ausdrückliche Wunsch von Trainer Hansi Flick und Manager Oliver Bierhoff. Der nannte kürzlich im FR-Interview die Gründe: „Während der WM wird sich der Verkehr in Doha ballen. Uns wurde schon angekündigt: Für Strecken, für die man sonst 15 Minuten benötigen würde, dauert die Fahrt während der WM eine Stunde. Also wäre es nicht unbedingt ein Vorteil, in Doha zu bleiben. Und ein großer Hotelkomplex in der Stadt mit Fenstern, die man nicht öffnen kann, kam für uns nie in Frage.“

Das „Zulal Wellness Resort“ biete „ähnlich wie in Brasilien im Campo Bahia nach den Spielen immer wieder eine Oase der Ruhe. Eine Stunde Fahrt in die Stadt am Tag vor dem Spiel ist kein Problem. Sondern eher jedes Mal eine Art Aufbruch“. Bei der Auslosung Anfang April konnte Bierhoff das typisch deutsche Losglück dann kaum fassen: Denn zu den schlagbaren Gegnern Japan und Neuseeland oder Costa Rica (die noch im Playoff gegeneinander spielen) gesellt sich in zwei deutschen Vorrundenspielen das genau in der Mitte zwischen Doha und dem „Zulal Wellness Resort“ gelegene Al-Bayt-Stadion. Das verkürzt die Fahrzeit des DFB-Trosses zu diesen Partien jeweils um die Hälfte.

Die WM im Scheichtum findet vom 21. November bis 18. Dezember statt. Der DFB plant die Ankunft in Doha für den 17. November, um sodann direkt weiter in den abgeschiedenen Norden des Emirats zu gelangen, Laut DFB werden „die Mannschaft, die Sportliche Leitung sowie das Team hinter dem Team in einem eigenen, vom übrigen Hotelbetrieb abgetrennten Bereich wohnen“. Unruhe mag man im Kreis der Elitekicker nicht, wiewohl genau diese in einem typischen Urlauberhotel beim Sieg im Confederations Cup 2017 im russischen Sotschi wenig abträglich war.

Hansi Flick ist voll des Lobes

Wie dem auch sei. „In Al-Ruwais haben wir alles, was wir für ein optimales Team-Basecamp brauchen: eine kurze Anfahrt zum Trainingsplatz, beste Trainingsbedingungen sowie ein wunderbares Ambiente im Hotel“, lässt sich Hansi Flick in einer DFB-Pressemitteilung zitieren. Am Donnerstag wird der Bundestrainerseinen leibhaftig sprechen, wenn er via Teams-Videokonferenz seinen Kader für die Spiele der Nations League im Juni bekanntgibt.

Oliver Bierhoff weiß als verantwortlicher Manager aus der leidigen Erfahrung im russischen Watutinki vor den Toren Moskaus: „Der Teamgeist bei einer WM spielt eine große Rolle.“ Der soll schon Ende Mai gefördert werden: Dann düst die Nationalmannschaft mit Kind und Kegel ins Kurztrainingslager nach Marbella, ehe in Herzogenaurach Quartier für die Nations League bezogen wird. jcm

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