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Lange verborgenes Toptalent: Faride Alidou.
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Lange verborgenes Toptalent: Faride Alidou.

Zweite Fußball-Bundesliga

Hamburger SV: Wildwest mit Sicherheitsgurt

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Ein gefestigter Hamburger SV trifft im Spitzenspiel auf Schalke 04. Faride Alidou im Blickpunkt. Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis aus der Corona-Quarantäne entlassen, aber unter Druck.

Na klar wäre das Volksparkstadion ausverkauft am Samstagabend, 20.30 Uhr. Wenn da nicht diese Pandemie wäre, wegen der zum Spiel der zu Zweitligariesen verzwergten Hamburger SV und Schalke 04 nur 15 000 Menschen kommen dürfen. Der Dritte empfängt den Vierten, nur zwei Tore trennen Rothosen und Königsblaue.

Schaut man sich die Aufstellungen von vor genau einem Jahr an, dann fällt auf: Bei den Schalkern stand kein einziger Spieler von damals (0:2 gegen den SC Freiburg) in der Startelf vom vergangenen Wochenende, dem 4:1 gegen den 1. FC Nürnberg. Es ist kaum ein Stein auf dem anderen geblieben in Gelsenkirchen. Beim HSV ist aus der Anfangsformation vom 4:0 gegen den SV Sandhausen aus dem Dezember 2020 beim 3:0 gegen Hansa Rostock am vergangenen Sonntag zwar nur noch Moritz Heyer als Startelfspieler übrig. Mit dem Defensivmann aber noch ein halbes Dutzend mehr wie Bakery Jatta, der damals nicht von Beginn an spielte und sich derzeit trotz staatsanwaltlicher Ermittlungen zu seiner Identität in Topform befindet.

Umworbener Faride Alidou

Noch besser als Jatta präsentierte sich zuletzt Faride Alidou. Der 20-Jährige aus dem ehemaligen Problemstadtteil Wilhelmsburg kam als kleiner Kerl zum großen HSV, war nicht ganz leicht zu führen und lief lange unter dem Radar. Jetzt hat der flinke Außenstürmer binnen zwei Monaten achtmal zweite Liga gespielt und dabei seinen Marktwert von 125 000 auf 1,5 Millionen Euro mehr als verzehnfacht. Trainer Tim Walter hat einen guten Draht zum U20-Nationalspieler mit togoischen Wurzeln gefunden.

Das Dumme aus Vereinssicht: Sportvorstand Jonas Boldt hat die dynamische Entwicklung nicht vorausgesehen, vielleicht so fix auch nicht voraussehen können. Jedenfalls läuft Alidous Vertrag am Saisonende aus. Die Chancen auf Verlängerung wären vor ein paar Monaten mit wenig finanziellem Aufwand möglich gewesen. Jetzt gehen sie gegen Null. Boldt dürfte deshalb ziemlich sauer auf sich selbst sein. Viel deutet darauf hin, dass der HSV in der Wintertransferperiode noch Kasse mit dem lange verborgenen Toptalent macht. Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und der SC Freiburg haben gesteigertes Interesse. Nicht nur diese Klubs werden Samstagabend genau hinschauen, wie sich der Hamburger Junge gegen die formstarken Schalker schlägt.

Ex-Hamburger Simon Terodde fehlt verletzt

Die müssen allerdings auf den vormaligen HSV-Toptorjäger Simon Terodde verzichten, ebenso auf den Ex-Kölner Dominick Drexler, während der im Sommer von Union Berlin ausgelöste Marius Bülter (schon sechs Vorlagen und sechs Tore) immerhin ein Joker-Kandidat sein dürfte. Erstaunlicherweise hat das Fehlen dieser für Zweitligaverhältnisse hochkarätigen Offensivspieler zuletzt dennoch zu vier Toren gegen die zuvor beste Zweitligaabwehr aus Nürnberg geführt. Was auch daran liegt, dass der aus Frankfurt ausgeliehene Tempodribbler Rodrigo Zalazar gerade prächtig in Spiellaune zu kommen scheint.

HSV mit bester Defensive

Dennoch wirkt die Situation bei den Hanseaten gerade stabiler als bei den Schalkern. Trainer Dimitrios Grammozis, frisch aus einer zweiwöchigen Corona-Quarantäne entlassen, besitzt nur einen Vertrag bis zum Saisonende und hat nicht den allergrößten Rückhalt bei Sportdirektor Rouven Schröder und Sportvorstand Peter Knäbel. Montag soll es zu einer Generalanalyse der Hinrunde kommen. Grammozis wurde auf der Pressekonferenz vor dem Trip nach Hamburg gefragt, ob er sich vorstellen könnte, dass die Bosse den Finger über ihn senken. Er wich aus: „Wir haben eine Super-Kommunikation. Aber jetzt konzentrieren wir uns erstmal auf das Spiel.“

Konzept von Tim Walter geht auf

Grammozis, der den Abstieg mitzuverantworten hat, steht auf einem Prüfstand, den der im Sommer verpflichtete HSV-Trainer Walter inzwischen verlassen hat. Die Skepsis in den Hamburger Medien war allenthalben mit Händen zu greifen, nachdem der HSV ein paarmal allzu naiv ins Verderben gerannt war. Walters brachial offensive Ausrichtung hat inzwischen ein paar sicherheitswahrende Aspekte hinzugewonnen - Wildwest mit Gurt sozusagen - und siehe da: Plötzlich stellen die Rothosen, die das Hinspiel auf Schalke 3:1 gewannen, mit bislang nur 17 Gegentreffern in 17 Saisonspielen zum Rückrundenstart die beste Defensive. Auch in Ballbesitzquote und gespielten Pässen ist der Dritte Zweitligaspitze. Es greift gerade ziemlich viel gut ineinander bei den Hanseaten. Wenn nur der ärgerliche Fall Alidou nicht wäre.

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