RB Leipzig gegen Hoffenheim

Das Wiedersehen

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Der Leipziger Trainer Julian Nagelsmann trifft auf Hoffenheimer Bekannte.

Julian Nagelsmann ist immer noch der jüngste Trainer der Bundesliga. Doch einen gewissen Verschleiß kann auch der erst 32 Jahre alte Fußballlehrer nicht leugnen, der beim Bundesligaspiel zwischen RB Leipzig und der TSG Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr) zwangsläufig im Blickpunkt steht. „Es ist natürlich ein besonderes Spiel für mich, wenn man neun Jahren bei einem Klub war und dann gegen ebendiesen spielt“, betonte Nagelsmann im Vorlauf.

Dazu hat er verraten, dass er in Hoffenheimer Zeiten wegen einer Stimmbandkantenverdickung in Behandlung war. „Vor drei oder vier Jahren war ich mal bei einer Logopädin in Heidelberg. Dort musste ich viele Hauchübungen machen, und wir haben auch gesungen. Das hat offenbar gut geholfen“, sagte Nagelsmann. Er sei ja nun einmal ein eher lauter Typ. „Ich schreie im Alltag sehr viel, nicht nur auf dem Platz.“ Am Spieltag nimmt er Halspastillen, damit ihn auch jemand versteht. Für den Fall des akuten Stimmversagens hat er bereits vorgesorgt: „Ich habe dafür mal Schilder gemalt, die habe ich aber nie ausgepackt. Aber ehrlich gesagt, hatte ich immer Respekt vor dem medialen Echo, wenn ich da mit Schildern in der Coaching Zone stehe. Da sehe ich aus wie ein Nummerngirl, deshalb habe ich das weggelassen.“

Dabei kann bisher niemand behaupten, dass dieser energetische Bessermacher an sächsischer Wirkungsstätte kein Gehör finde. Dieser Verein scheint für Nagelsmanns Anspruch fast wie geschaffen: Die Roten Bullen tanzen auf drei Hochzeiten und demonstrieren auf allen Bühnen eine sehr breite Brust. In der Bundesliga bietet Platz zwei nach 13 Spieltagen alle Optionen, in der Champions League steht das Erreichen des Achtelfinals bereits fest – und geht es kommenden Dienstag bei Olympique Lyon nur noch um den Gruppensieg –, im DFB-Pokal steht am 4. Februar nächsten Jahres das Achtelfinale bei Eintracht Frankfurt an. Werden die Titelsehnsüchte dieses Trainers schon in seiner ersten Saison erfüllt?

Wer einen Blick auf die Leipziger Aufstellungen wirft, stellt schnell fest: Radikale Veränderungen im Personaltableau bilden nicht das Erfolgsgeheimnis. Der Rückgriff auf eine Dreierkette, ein Plus an Ballbesitz, insgesamt eine größere Flexibilität: Das sind Kennzeichen der Erneuerung. Aber auf dem Platz stehen die bekannten Gesichter. Nagelsmann trifft beim Gegner ebenfalls auf vertraute Spieler. Und seinen Nachfolger Alfred Schreuder kennt der Leipziger Trainer auch bestens, von Februar 2016 assistierte ihm der Niederländer knapp zwei Jahre lang. Und diese Zeit hat offenbar einen derart bleibenden Eindruck hinterlassen, dass Schreuder von Nagelsmann als „Hardliner“ eingestuft wird. „Einmal hat er Niklas Süle vor versammelter Mannschaft zusammengefaltet, dass es gekracht hat. Ich glaube, er spricht mit seinen Spielern härter als ich“, sagte Nagelsmann. mit sid

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