Bitterer Abstieg für Fortuna Düsseldorf.
+
Bitterer Abstieg für Fortuna Düsseldorf.

Kommentar

Wieder mal am Scheideweg

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
    schließen

Fortuna Düsseldorf tritt zum sechsten Mal den Gang in die Zweite Bundesliga an - Ex-Trainer Friedhelm Funkel und der aktuelle Coach Uwe Rösler tragen daran die wenigste Schuld

Friedhelm Funkel hat sich zeitig via „Bild“ zu Wort gemeldet und dem verpassten Klassenerhalt von Fortuna Düsseldorf noch eine pechschwarze Schleife umgebunden: „Der Abstieg war absolut vermeidbar.“ Es sind Worte, aus denen auch der Schmerz des Rauswurfs mitsamt Karriereende im Januar noch nachgewirkt haben dürfte. Sie klingen verdächtig nach Fundamentalkritik am Gesamtverein, am inzwischen ebenfalls nicht mehr in Diensten der Fortuna stehenden Ex-Sportchef Lutz Pfannenstiel, aber auch an seinem Nachfolger Uwe Rösler. Zur Wahrheit gehört jedoch auch: Rösler hatte die Fortuna noch hinter Paderborn auf dem allerletzten Tabellenplatz übernommen.

Und tatsächlich schien Rösler, ein echter Kerl, frische Geister zu wecken, Dampf zu machen, Mut zu geben. Dazu passte neulich der späte 2:2-Ausgleich nach 0:2-Rückstand in Leipzig. Aber dazu passte dann gar nicht mehr der Auftritt am letzten Spieltag beim 0:3 bei Union Berlin - und ehrlicherweise auch schon nicht mehr der vorletzte beim 1:1 gegen den FC Augsburg. Die Fortuna hatte es zweimal am eigenen Fuß, und als es drauf ankam, hat sie nicht geliefert.

Am Ende steht nun der bereits sechste Abstieg der wechselvollen Düsseldorfer Bundesligahistorie, wie 2013 am letzten Spieltag. Das ist bitter für den Traditionsklub mit seinen vielen treuen Fans, aber es ist nicht komplett unlogisch: Denn viel mehr Finanzmittel als den Aufsteigern Union Berlin und Paderborn standen der Fortuna nicht zur Verfügung, aber viel weniger als dem unmittelbaren Konkurrenten Werder Bremen. Düsseldorf hat es in diesem Jahrhundert der explodierenden Umsätze im Spitzenfußball, das der Klub in der Regionalliga (!) begann und in der Oberliga (!!) fortsetzte, nicht ansatzweise geschafft, sich in der Eliteklasse zu etablieren. Drei Jahre Bundesliga sind zu wenig, um sich stabil von der Abstiegszone fernhalten zu können, wiewohl das wirtschaftliche Umfeld und die Arena eigentlich unschätzbare Vorteile gegenüber etablierten Erstligisten wie Mainz 05, dem FC Augsburg und dem SC Freiburg bedeuten.

Am Ende sind weder der Haudegen Funkel noch der tapfere Rösler die Hauptverantwortlichen für den bitteren Saisonausgang. Der Trainer dürfte, logische Konsequenz, deshalb bleiben, die Mannschaft fällt wohl weitgehend auseinander. 17 Kontrakte laufen aus, eine eigentümliche Vertragsgestaltung, mit der Pfannenstiel-Nachfolger Uwe Klein nun klarkommen muss. Es legt sich wieder diese trübe Scheideweg-Stimmung über eine Fortuna, die wenig Grund hat, sich nach diesem Saison-Ultimo beim Nachbarn aus Köln für fehlende Schützenhilfe zu beschweren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare