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Trifft mal wieder: Michael Gregoritsch.Foto: afp
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Trifft mal wieder: Michael Gregoritsch.Foto: afp

Österreich

Wie Kinder kriegen

  • Günter Klein
    VonGünter Klein
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Österreich steigt dank Michael Gregoritsch historisch ins Turnier ein. Dabei stand der Stürmer zuletzt meist im Abseits.

Die Stimme bebte, in den Augen sammelte sich das Wasser an – und Michael Gregoritsch sprach den Satz, der aus allen Oscar-Verleihungsreden bekannt ist: „Ich danke allen, die an mich geglaubt haben.“ Gregoritsch, 27, Österreicher, hatte den gefühlten Preis für das bedeutsamste Tor des Tages – aus Sicht seines Landes – gewonnen. Und noch so ein Satz: „Ich hab‘ noch keine Kinder – aber ich stell mir das gleich schön vor wie Kinder kriegen.“ Das 2:1 auf dem Weg zum 3:1 gegen Nordmazedonien, erster EM-Sieg von Austria, nicht nur bei diesem Turnier, sondern grundsätzlich.

Und es war auch für ihn ein persönlich ein Tor von enormem Gehalt: Es könnte Michael Gregoritschs festgefahrene Karriere wieder anschieben. Es war schon die Frage gewesen: Was hatte er überhaupt noch zu suchen im Teamkader nach einer weiteren Saison als Reservist bei einem nicht sonderlich guten deutschen Bundesliga-Klub? „Ich wurde dafür kritisiert, dass ich ihn nominiert habe“, sagte Österreichs deutscher Trainer Franco Foda. In der 58. Minute wechselte er Gregoritsch ein, der traf in der 78..

Der „Gregerl“ ist eine Reizfigur – egal, wo er spielt. Sein Profidebüt in Österreich (Kapfenberg) und sein erstes Tor feierte er mit 15. Trainer: sein Vater, Werner. Ein bekannter Mann, er coacht nun die U21 Austrias. Michael schenkte ihm zur WM 2018 ohne Österreich ein Deutschland-Trikot. „So allmählich interessiert er sich für die Deutschen“, sagte Gregoritsch junior über Gregoritsch senior. Der Vater war immer im Lande geblieben, den Sohn zog es nach Deutschland. Dort erlebt er eine Auf- und Ab-Karriere. Hoffenheim, St. Pauli, Bochum, Hamburger SV. „Ich hätte mich nicht verkauft“, sagte er, als der HSV ihn 2017 an den FC Augsburg abgab. Der FCA schien zunächst zu seinem Glücksfall zu werden. 13 Tore (2017/18) sind Vereinsrekord. Er passte als hängende Spitze ins System von Trainer Manuel Baum, bei dessen Nachfolgern Martin Schmidt und Heiko Herrlich nicht mehr. Schalke gab ihn nach halbjähriger Leihe zurück. Auch der letzte Trainerwechsel zu Markus Weinzierl änderte für Gregoritsch nichts: In drei Spielen kam er auf insgesamt acht Minuten.

Weinzierl bleibt. Passt Gregoritsch dazu? Sein Vertrag läuft 2022 aus. Der FCA würde ihn verkaufen. EM-Tore helfen.

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